skip to Main Content

Leser-Interview #11 // Susanne: „Als Polizeireporterin fotografiere ich sehr viele Unfälle und Brände“

Kürzlich fragte ich euch, wer von euch, liebe Leser, denn bereit zu einem kleinen Interview wäre. Ich hab mich sehr gefreut, dass ich gleich mehrere Antworten bekam. Hier die nächste!

Wer bist du?
Susanne, Redakteurin aus Leidenschaft, sonst „gemischter Salat“, wie mein französischer Mari sagt, aus Westfalen (Mutter), Sachsen (Vater), Niedersachsen (Kindheit und Jugend) und Schleswig-Holstein (seit 30 Jahren Wohnort), Mutter, Bloggerin, neugierig, ungeduldig und nicht auf den Mund gefallen (und auch nicht auf die Finger, ich schreibe angeblich zu viel).

Was liebst du?

  • gute Bilder, ob gemalt oder fotografiert
  • Musik, hören und selber machen (Querflöte, Chorgesang), aber nur Hardcore-Klassik, es muss rauschen und brausen und krachen.
  • Reiten, ich habe nach 28 Jahren wieder angefangen und viel Spaß daran
  • Lesen, alles was mir in die Hände fällt
  • Menschen, weil sie so spannend und interessant und verschieden sind
  • Reisen, siehe Menschen
  • meinen Job, weil er kurzweilig ist, ich an für andere verschlossene Orte komme und ich jeden Tag ein Erfolgserlebnis habe

(Was) fotografierst du?
Ich fotografiere seit über 30 Jahren in meinem Job als Reporterin für Zeitungen und neuerdings auch für online, meistens mit dem iPhone direkt vom Ort des Geschehens. Ich fotografiere alles, was mir im Job über den Weg läuft, am liebsten aber Landwirtschaft wegen der großen Maschinen, jede Art von überdimensionalen Fahrzeugen von Schiffen über Lastwagen bis zu Militärfahrzeugen, sehr gerne Pferde in jeder Art von Aktion. Für die Zeitung immer mit Menschen, Fotos ohne Menschen sind fast nicht druckbar. Mit einer Ausnahme: Als Polizeireporterin fotografiere ich sehr viele Unfälle und Brände, was technisch vor allem nachts oft sehr anspruchsvoll ist. Privat bevorzuge ich Architektur, Landschaft und Pflanzen, weil ich da anders als im Job nicht immer eine Erlaubnis zum Veröffentlichen einholen muss. Am liebsten aber fotografiere ich auf Reisen. Alles in allem also Reportagefotografie mit wenig Bildbearbeitung. Die bringe ich mir nach und nach im Selbststudium bei. Bei meiner wenigen Zeit ist das langwierig und mühsam, aber ich mache Fortschritte.

Welches deiner Bilder ist dein Lieblingsbild? Warum?
Mein absolutes Lieblingsbild ist ein Schnappschuss, der mir vor zweieinhalb Jahren gelungen ist und der es auf die Titelseite der Lübecker Nachrichten, meiner Zeitung, geschafft hat. Und das ist wirklich nicht leicht, denn die Konkurrenz an guten Fotos ist jeden Tag riesig. Die Geschichte dieses Fotos steht auf meinem Blog: http://pyrolim.de/pyropro/allgemein/2012/mein-bestes-foto-2011/. Das Foto hat  mir so gut gefallen, dass ich es auch als Blogdesign und für weitere Netzauftritte (Facebook, Flickr) gewählt habe. Ich mag daran vor allem die Kühle, das Reduzierte und den besonderen Moment.

Wenn du jedem Fotografen einen einzigen Tipp geben würdest, welcher wäre das?
Ein Tipp für jeden Fotografen? Unmöglich, denn es gibt so viele verschiedene Art von Fotografen. Für die Reportagefotografie gilt:
Immer schussbereit sein, der nächste Moment könnte der wichtigste sein.
Alle Geräusche an der Kamera ausstellen, wer weiß, wann du mal unbemerkt fotografieren musst oder möglichst wenig Aufmerksamkeit erregen willst. Kriegs- und Investigativfotografen kleben sogar die weißen Schriften auf der Kamera schwarz ab. So weit gehe ich nicht, aber die Töne müssen aus.
Von jedem Motiv eine ganze Reihe von Aufnahmen machen, irgendetwas stimmt immer nicht, jemand hat die Augen zu oder zieht gerade eine dumme Schnute oder etwas ragt plötzlich ins Bild. Es gibt aber Motive, die kannst du nicht wiederholen, und wenn dann kein vernünftiges Bild da ist, hast du versagt.
Rede mit den Leuten, die du fotografierst. Moderation ist oft fast wichtiger als das Fotografieren selbst.

Wo findet man dich online?
An vielen Orten, ich bin ein Netz-Junkie
Blog: http://www.pyrolim.de
Twitter: @pyrolim
Flickr: http://www.flickr.com/photos/pyrolim/
500px: http://500px.com/pyrolim
Facebook eher selten.

 

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare
  1. Liebe Birgit,
    vielen Dank für das schöne Interview.
    Leider habe ich beim Lesen festgestellt, dass ich mich an einer Stelle unklar ausgedrückt habe. Natürlich fotografiere ich im Alltag mit einer Spiegelreflexkamera mit diversen Objektiven und nicht mit dem I-Phone. Das mache ich nur für online, weil ich per Mail gleich liefern kann. Aber das haben sich die Fachleute bestimmt schon gedacht.
    Ich wünsche Dir schöne Restweihnachten und einen guten Rutsch,
    Susanne

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

                                           

Back To Top