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Getestet: CEWE Fotobuch

Ich habe von CEWE die Anfrage bekommen, deren Fotobuch zu testen. Nachdem ich mich für das Angebot bedankt hatte, antwortete ich:

Allerdings muss ich gestehen, dass mich die Cewe-Beispielbücher bei uns in der Drogerie nicht so begeistern. Das Druckraster ist einfach viel zu grob.

CEWE war überrascht, das hätten sie noch nie gehört. Und waren sich sicher, mich überzeugen zu können. Nun denn, hier ist mein Bericht.

1. Die Bucherstellung

Download und Installation der CEWE-Software haben ziemlich gedauert. Als ich das erledigt hatte, startete ich das Programm. Zunächst galt es, das Format und die Qualität festzulegen. Schwierig, wenn man sich noch nicht entschieden hat. Denn ich hab keine Chance gefunden, es nachträglich zu ändern.

Größtenteils gefällt mir das Programm gut. Seine Vorteile:

  • Ich muss die Fotos, die ich nutzen will, nicht erst langwierig ins Programm laden. Sondern in einem Explorer die Bilder auswählen, die ich dann direkt reinschieben kann.
  • Das Programm erkennt, dass ich ein Bild bearbeitet habe. In diesem Fall schlägt es vor, das Bild nicht automatisch zu optimieren. Dies lässt sich pro Bild oder pauschal für alle Bilder festlegen.
  • Das Programm erkennt, dass beim Fotografieren der Blitz ausgelöst wurde, und fragt, ob er rote Augen suchen und korrigieren soll.
  • Wenn ich ein Bild ganzseitig haben möchte und nicht genug vom Bild über die Seitengrenze ragen lasse, damit der Druck sauber wird, warnt er mich.
  • Ich kann alle installierten Schriften verwenden.
  • Wenn ich eine bereits gestaltete Seite mit einem neuen Layout versehe, übernimmt er die bisherigen Inhalte.
  • Ich kann mehrere Elemente markieren und diese – allerdings erst mit zwei Klicken – gemeinsam ausrichten. Etwa sagen, dass alle Elemente linksbündig sind.
  • Bestehende Layouts sind individuell veränderbar.
  • Es gibt vielfältige Designvorlagen, und längst nicht alle sind kitschig. Zudem kann ich weitere herunterladen. Es fehlen allerdings ein paar dezente Texturen, gibt nur Holz mit starker Maserung u.ä.

Doch wie überall gibt es auch Schattenseiten:

  • Wenn ich das Programm etwas machen lasse und während des Prozesses in einem anderen Fenster zugange bin… wenn dann das Programm fertig ist, setzt es sich mit einer Meldung in den Vordergrund, das nervt.
  • Wenn ich nebenher auf sat1.de nen Video auf dem 2. Bildschirm im Vollformat laufen hab, minimiert es ständig die Ansicht, sowie es irgendne Meldung bei der CEWE-Software gibt.
  • Ich kann alle installierten Schriften verwenden. Aber ich kann nicht einfach eintippen, welche ich nutzen will. Den Anfangsbuchstaben kann ich eintippen, aber ab dann muss ich scrollen.
  • Es ist eine FOTObuchsoftware. Entsprechend gibt es kaum Layouts, die typografisch gestaltet sind, etwa für mehrere Kapitel.
  • Und: Wenn man InDesign gewohnt ist, dann ist das individuelle Anordnen von Bilderrahmen und -größen doch etwas behäbig. Ich hab darum mit den Standard-Vorlagen gearbeitet.

2. Das Buch

Knapp eine Woche später kam das Buch bei Müller an. Und so sieht’s aus:

Anders als beim Standardpapier von CEWE, das ich aus den Demo-Büchern in den Drogerien kenne, glänzt das Premiumpapier ziemlich:

Mag ja edel sein, mich stört es aber ziemlich. Und wie verhält sich das mit dem Druckraster? Das Standard-Raster ist mir ja deutlich zu groß… Das hat bei dieser Qualität absolut gepasst. Ich hab mit nem 105mm-Makro und Zwischenring versucht, die einzelnen Pixel zu fotografieren – vergeblich. Nur etwas Reflexion von der Beschichtung erwischt.

Zum Vergleich, das hier ist das Originalbild (abgesehn von dem Weichzeichner, weil ich net erst die Freigabe aller Abgebildeter holen will):

Schade finde ich, dass ich den Buchrücken nicht beschriften konnte (bzw. die Funktion nicht gefunden habe). Wenn es geht, fehlt mir eine Warnung beim Bestellen, dass ich das übersehen habe.

Die Bindung. Ob der kleine Knick an der Produktion liegt oder daran, dass ich das Buch bereits einen Tag im Rucksack mit rumgeschleppt hab… Keine Ahnung.

Während es vorne keinen Schmutztitel (eine leere oder kaum bedruckte erste Seite) gibt – was ich schade finde – gibt es hinten einen mit etwas Zeugs drauf. Ganz hinten auf der Rückseite unten ist auch noch nen kleiner Code, aber wesentlich dezenter.

Fazit

Mein Fazit ist zweigespalten. Das Programm fand ich insgesamt gut, sofern man nicht den Anspruch hat, alles auf den Millimeter selbst auszurichten, was ich als InDesign-Nutzer etwas umständlich finde. Ich habe deshalb die Standard-Templates genutzt. Dazu hat ein Prof als Feedback etwas in Richtung „grausam“ gegeben… Selbiges sagte er zum Papier, und zumindest da kann ich mich anschließen. Mich stört der Glanz des Papiers schon ziemlich. Ich werd fortan eher nicht noch einmal dort bestellen, sondern weiterhin Stammkunde bei Blurb bleiben.

Dieser Beitrag hat 9 Kommentare
  1. Hallo Birgit,
    Deinen Test finde ich sehr interessant. Es würde mich sehr interessieren, ob Du auch Pixum schon getestet hast. Da habe ich nämlich ein Fotobuch bestellt und war ziemlich begeistert.
    Jetzt werde ich mir aber erst einmal das Blurb-Programm anschauen.
    Nochmals Danke und liebe Grüße
    moni

  2. Also ich kann dich in deinem Ergebnis nur bestätigen – mir gefallen die Fotobücher von CEWE bei uns in Österreich auch nicht.
    Die Qualität des Standardbuches ist nicht so super, aber auch bei Postern / Leinwänden spiegelt sich dieser Eindruck wieder. Da fand ich die Qualität von Hofer / Aldi noch besser, …
    Bei Blurb fand ich mich bis dato auch am besten aufgehoben.
    @moni: pixum schaut auch interessant aus finde ich … aber da habe ich auch noch keine Erfahrung gemacht.

  3. Hallo Birgit,

    ich muss jetzt hier mal eine Lanze für CEWE brechen.
    Ich habe erst gestern wieder ein Buch mit dem Programm von CEWE erstellt.
    Beim Papier hab ich bisher immer Matt bestellt und bin sehr zufrieden.
    Auch die Funktion für den Buchrücken habe ich gleich gefunden. Auf der ersten Seite wird links die Rückseite und Rechts das Titelblatt angezeigt, dazwischen findet man das Schriftfeld für den Buchtitel.
    Klar sehe es wie du, dass wenn man Indesign User ist sind die Möglichkeiten deutlich größer. Aber bei einem Golf verlange ich ja auch nicht die Möglichkeiten eines Ferrari. Habe leider noch keinen Vergleich mit Blurb gemacht aber im Vergleich zu anderen Anbietern hat mich CEWE doch überzeugt. Wie du schon sagst ist das Programm einfach zu handhaben und mir hat total gut gefallen, dass das Prog gemerkt hat dass ich meine Bilder schon bearbeitet habe.
    Ach so das nachträgliche Ändern des Formats geht auch im Prog unten links.
    Ich würde dein Fazit nicht hundertprozentig unterschreiben. Aber wie immer im Leben gibt es Dinge die mag der eine und der halt nicht. Thats live.
    Gruß
    Daniel :!:

  4. Hallo Ihr,

    ich arbeite seit 25 Jahren in dieser Branche und kenne CeWe, Fuji, Printeria und einige andere Produktionen sehr gut.
    1. ca. 60% aller Fotobücher werden bei CeWe gedruckt. Egal ob ihr euren Auftrag bei Aldi, Schlecker, DM, Brenner u.s.w. abgebt.
    2. Und fast alle, nur Fujifilm arbeitet teilweise mit anderen Maschinen, Fotobücher werden auf HP Indigo Digitaldruckmaschinen gedruckt.
    Darum mein Tipp: Habt ihr einen Lieferanten gefunden bei dem euch die Qualität und der Preis gefällt, bleibt dabei. Das ständige Testen kostet nur Zeit.

    VG Martin

  5. Servus Brigitte,
    Kompliment zu deinem umfangreichen Test. Der Artikel hat mir sehr gut gefallen. :!: Ich habe das CEWE Fotobuch auch getestet und bin zu einem ähnlichen Ergebnis gekommen.
    Daraufhin habe ich mein Glück bei Blurb gesucht (www.blubr.com) und war mit dem Ergebnis zufriedenner.
    (insbesondere, da in dem Portal die möglichkeit besteht sein Fotobuch online komplet zur ansicht darzustellen. Beispiellink zu meinem Buch: goo.gl/H3yFy )
    Es würde mich interessieren was du als Profi von der Blurb Qualität hältst. (als Idee für einen Produktest/Linktip könntest du den service ja mal testen)
    Gruß Stephan

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