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Hochzeitsshooting-Rückblende: Was lief gut, was mache ich demnächst anders?

Kürzlich schrieb ich ja über die Hochzeit vom Wochenende. Heute möchte ich festhalten, was ich gut gemacht hab – und was ich beim nächsten Mal besser machen möchte.

Das lief gut

Vorbereitung. Neben dem Hochzeitsfotografie-Workshop von Steffen habe ich im Vorfeld schon immer tolle Hochzeitsfotos gebookmarkt. Die besten hab ich dann als Gedächtnisstütze auf mein iPhone gespielt, wobei ich das gar nicht gebraucht habe. Aber man fühlt sich doch sicherer.

Vorgespräch. Dank eines ausgiebigen Vorgesprächs wusste ich gut über den Ablauf der Hochzeit Bescheid.

Blitz. Erst wollte ich keinen Blitz mitnehmen. a) Mag ich das net und b) kann ich nur bedingt mit dem Ding umgehen. Hab es dann doch gemacht und bin sehr sehr froh darüber. Nicht nur in der Kirche ging ohne Blitz gar nichts, auch im Standesamt und sogar beim Friseur war ich sehr dankbar über diese zusätzliche Lichtquelle.

Kurze Vor-Ort-Absprachen. Vor Ort habe ich sowohl mit dem Bürgermeister als auch mit dem Pastor gesprochen, was erlaubt ist und was er nicht wünscht. Grad der Pastor hat vermutlich schon schlechte Erfahrungen gemacht, denn er bat ausdrücklich darum, dass wir uns nicht hinter ihn stellen. Auf die Idee wäre ich auch nicht gekommen :)

Leerer Speisesaal. Den Saal, in dem zu Mittag gegessen wurde, habe ich fotografiert, bevor die hungrigen Horden ankamen. Dadurch gibt es ein paar schöne Bilder von der Tischdeko und den festlich gedeckten Tischen.

Das mach ich beim nächsten Mal anders

Speicherkarten. Ich gestehe, ich hatte nur zwei dabei. Dachte, das würde locker reichen, zumal ich einen ImageTank für Backups eingepackt hatte. Idee war: Karte sichern, schlechtere Bilder löschen, Karte wieder halb leer. Dumm nur, dass der ImageTank meine Karte verweigerte (nächstes Mal vorher testen!!). Und zwei Speicherkarten sind sehr wenig! Ich bin über die Runden gekommen und musste keine schöne Gelegenheit auslassen, aber es war knapp.

„Basis“ & Ersatzkleidung. Eine Basis zu haben ist klasse. Ein Ort, wo man Ersatzausrüstung lassen kann, was zu Trinken griffbereit hat und überhaupt. In diesem Fall war es das Auto des anderen Fotografen. Dummerweise hatte ich keinen Schlüssel, so dass ich nur bedingt flexibel war und immer mitdenken musste, was ich bis zum nächsten Zugriff aufs Auto brauchen würde. Ich hatte übrigens Ersatzschuhe dabei und was zum Umziehen – man weiß ja nie. Womit ich allerdings nicht gerechnet hatte, war, dass mein Ledergürtel reißt! Hatte ich halt Hüft-Stoffhosen den Tag ;)

mehr Pflaster. Mit dem langen Objektiv und dem Blitz ist meine Kamera verdammt schwer. Und nach einigen Stunden merkte ich am rechten Daumen, der die Kamera fixiert und ausbalanciert, eine wunde Stelle mit viel Potenzial zur Blasenbildung. Glücklicherweise hatte ich ein Pflaster dabei, hab den Bereich abgeklebt und damit ging es dann auch sehr gut. Bis sich nachmittags mein Mittelfinger meldete. Auch er protestierte ob der ungewöhnlich starken Belastung. Pflaster hatte ich keine mehr, aber ich hab’s auch so überlebt.

Etwas offensiver? Von Standesamt und Kirche hab ich sehr wenig Bilder. Der Grund: Ich habe mich als 2. Fotograf deutlich zurückgenommen. Es reicht, so meine Meinung, wenn einer blitzt. Dadurch hab ich von diesem Part nicht wirklich viele Bilder. Aber es gibt ja welche, und ich hab nicht das Gefühl, wirklich etwas verpasst zu haben. Nur die Unterschrift beim Standesamt hab ich ebenfalls fotografiert, aus einem anderen Blickwinkel.

Snacks. Last but not least: So eine Hochzeit kann stressig sein. In diesem Fall war sie es nicht, aber eine andere, auf der ich kürzlich war. Daher werde ich fortan ein paar Knoppers dabei haben. Damit mir nicht einer beim Shooting verhungert. Kann nicht schaden ;)

Dieser Beitrag hat 7 Kommentare
  1. Meine Empfehlung: statt Knoppers lieber ein paar Sportler-Riegel, die ersetzen notfalls sogar eine Mahlzeit. Ich bevorzuge Hy-Pro oder Pro-Plex von All-Stars.
    Die Dinger haben mich schon auf mehreren Shootings vorm Verhungern bewahrt (und die anderen davor, dass ich wegen Hunger extrem launisch werde).

  2. ich kann mir bei deinen speicherkarten jetzt nichts vorstellen – waren das 512mb- oder 64gb-speicherkarten? wäre ja ein riesiger unterschied ;)

    aus eigener erfahrung weiß ich, dass die zeit für rückblicke und aussortieren meist eigentlich nicht reicht. falls es mal wirklich ein paar ruhige minuten gibt, braucht man die eher zum entspannen oder zum futtern :)

    mit dem offensiv sein kenne ich. ich wurde bei meinen hochzeiten immer für die zurückhaltende art von allen seiten sehr gelobt. für mich selber habe ich festgestellt, dass ich aber doch noch ein bisschen mehr aufdrehen muss, damit ich doch etwas öfters „im geschehen“ bin statt nur daneben.

    viele liebe grüße
    torsten

  3. zwei Speicherkarten 8GB würden für deinen Zeitraum ausreichen, aber das Risiko bei Ausfall einer Karte wäre mir zu hoch. Deshalb ist es ratsam auf 2GB auszuweichen. Somit gehen, wenn es denn passiert, max. 130 Aufnahmen den Bach runter.

    Blitz mit großer Leistung ist ein MUSS! Softbox wohl auch.

    Ein Zweitbody bringt Sicherheit. Die Möglichkeit eines Backups ebenfalls.
    Akkus in doppelter Ausführung plus Ladegerät, hat die gleiche Auswirkung.

  4. sehr interessant zu lesen, dieser eintrag, da ich kuerzlich die gelegenheit hatte „meine“ vierte hochzeit zu fotografieren. das motiviert mich, auch meine bisherigen erfahrungen mal in meinem blog festzuhalten. hier mal kurz, worauf ich achte. eigentlich auch max 2gb speicherkarten, einen zweiten (geliehenen) body, den ich aber meist gleichzeitig in gebrauch hab. viele akkus fuer den blitz, 3 akkus fuer die kamera. aufsteckbouncer fuer den blitz… sozusagen grundausdtattung… umd ja, das richtige maß an zurueckhaltung zu finden ist die krux, bin mir auch nie sicher, obs dann passt…
    gruss, me

  5. Dem oft genannten Argument, das es besser ist mehrere kleinere Speicherkarten einzusetzen, kann ich nicht zustimmen. Wenn man nicht gerade den billigsten Ramsch verwendet ist die Gefahr eines Kartenausfalls relativ gering. Und bei dem laufenden Gewechsel der kleinen Karten (weil voll oder bald voll und man dann in der Hektik keine Zeit zum Wechseln hat) riskiert man dann auch schnell mal einen verbogenen Pin im Kartenschacht, weil man in der Hitze des Geschehens die Karte verkantet hat.

    Ansonsten ist der Umgang mit den Karten bei solchen Events ganz einfach: Leere Karten in eine Tasche, volle in ne andere Tasche. Die Karten bewegen sich nur in eine Richtung: Tasche „leer“ –> Kamera –> Tasche „voll“. Zurück gibts nicht, was einmal in der Kamera war kommt nicht wieder rein. Und on Location aussortiert und gelöscht wird schon mal gar nicht. Erstens hat man da eh keine Zeit für und zweitens hat man mit einem falschen Klick schnell ungewollt eine ganze Karte entsorgt.

  6. …sehr ehrlicher Bericht. Für deine erste Hochzeitsreportage warst Du mit dem Workshop schon mal gut vorbereitet. Ich denke jeder, der das erste mal ein solches Ereignis dokumentieren darf (soll oder muss), hat diese mulmige Gefühl im Bauch. Irgendwie heiratet man ja mit . . .

    Ob mit oder ohne Blitz, am Ende zählt das fotografische Resultat. Klar muss man sich den Zwängen (ISO bis 6400 hat nicht jede DSLR) beugen, sich etwas einfallen lassen und gegebenenfalls im letzten Gegenlicht eine sinnvolle Silhouette kreieren. Ich denke Du bist auf dem richtigen Weg . . .

    Ich habe es erfolgreich 20 Jahre vermieden, Hochzeiten abzulichten. Es erschien mir immer zu stressig und stereotyp. Ich hatte keinen Bock auf diesen Stress mit dem ewigen Filmwechsel (36Bilder waren schnell weg, wenn der Höhepunkt des Festes naht) und im Labor versauten Dias und Negativen. Ausserdem katte ich das Gefühl, dass alle nur diese albernen Schickimicki-Hinstellfotos haben wollten. Irgendwann bin ich von Freunden überredet worden, den Tag Ihrer Tage ins Bild zu fassen. Ich bin trotz der Ansage, locker alles nur in meinem üblichen Style abzulichten, vor Spannung fast geplatzt! Mittlerweile habe ich die Hochzeitsreportage in mein Portfolio aufgenommen und den Paaren gefällt es natürlich abgelichtet zu werden . . .

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