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Instagram: Trendig, cool oder was für Leute, die nicht fotografieren können?

Kürzlich berichtete ich ja von meinem iPhone und fragte, was ihr davon haltet. Viele haben geantwortet, Fans wie Skeptiker. Einer von ihnen ist Marco, der mich zum heutigen Blogartikel inspiriert hat. Er schrieb:

Lost to the dark side. Ich hoffe nur, das man in Zukunft nur noch irgendwelche fies gefilterten Instagram-Schnappschüsse findet. Irgendwie scheint jeder der Meinung zu sein, schlechte Handyphotos werden mit Instagram gleich zu tollen Kunstwerken, mieser Trend in meinen Augen

Instagram? Hä?

Für alle diesseits der dunklen Seite soll erst einmal erklärt werden, was Instagram überhaupt ist. Es ist eine App, die Fotos auf dem iPhone so bearbeitet, dass sie einen gewissen – v.a. älteren – Look bekommen. Man hat die Wahl zwischen 15 Darstellungsmöglichkeiten.

Hier ein Beispiel – erst das Original, dann die Bearbeitung mit dreien der 15 Filter:

Ok, ein auf alt gemachtes Waschbecken. Das reicht doch kaum, um darüber zu schreiben.

Ja, es ist ein geknipstes Bild, durch einen Filter auf alt getrimmt. Mehr ist es nicht.

Wirklich?

Doch, es ist viel mehr! Hinter Instagram steht eine ganze Community, die genau das mit ihren Fotos macht. Natürlich nicht nur mit Waschbecken, sondern mit den eigenen Füßen, dem Mittagessen oder dem Hund. Bei diesen Bildern steht nicht mehr das Konzept, die Bildgestaltung im Vordergrund, sondern der aufgepimpte Alltagsgegenstand. Wer jetzt philosophieren möchte, kann daraus die Darstellung der Banalität des Alltags ableiten, dargestellt mit ebenso banalen Mitteln. Oder einfach sagen: „ui, schön bunt“.

Doch wie ist das zu werten?

Kürzlich las ich auf Twitkrit, einem Blog rund um Twitter und seine Tweets, dieses Zitat von @oetting:

Don’t use Instagram. Learn to take photos.

Der Postautor hat sich daraufhin ebenfalls mit diesem Thema auseinandergesetzt. Er überlegt, ob @oetting sich daran stört, dass „jeder Depp“ knipsen kann. Stellt fest, dass außer Knipsen eh nix mit Handykameras geht, da Blende etc. nicht beeinflussbar sind. Und ist schließlich der Meinung:

Ich behaupte weder Insta-Kram sei Kunst noch das Gegenteil. Mir ist das scheißegal.

So ähnlich sehe ich es auch. Es ist nicht gut. Nicht böse. Es ist einfach etwas anderes. Und wenn es Spaß macht… warum nicht?

So werde ich es auch in Zukunft halten. Ich mache Fotos (abgesehen von Erinnerungs-Geknipse) vornehmlich mit der großen Kamera. Fotos, bei denen eine Idee, Bildgestaltung und die Arbeit mit Blende und Verschlusszeit das Ergebnis liefern, und nicht das unkalkulierbare Pixelgefärbe eines Computerprogramms. Gleichzeitig faszinieren mich aber auch die Handyfotos, sie haben einfach eine andere Ausstrahlung. Und weil sie einfach Spaß machen, wird es hier und da auch solche Fotos hier geben.

Dieser Beitrag hat 8 Kommentare
  1. Hättest meine Rechtschreibfehler ja nicht gleich mitquoten müssen ;)

    Aber um noch mal ein wenig weiter auszuholen. Ich verstehe nicht, warum man einen Schnappschuss nicht einfach als das nehmen kann, was er ist, ein Schnappschuss. Hier geht es in meinen Augen in erster Linie um das Motiv und das was ich damit zeigen will unabhängig von der technischen Qualität des Bildes IMHO auch völlig ausreichend.
    Da aber heute alles cool und hip sein muss, ist das hantieren mit One-Click-Filtern wohl mittlerweile leider Standard.

    Sollte es irgendwann mal so weit sein, das keiner mehr den Unterschied ausmachen kann: Ob ich mir 1 Stunde lang in Lightroom/Photoshop Gedanken um ein Bild gemacht habe, oder einfach schnell Instragram drüber nudel, verkauf ich meine Kamera :P

  2. @ Marco: Gedanken um ein Bild macht man sich doch nicht erst beim Bearbeiten mit Lightroom oder der Verwendung eines Maggi-fix-Filters.

    Mir ist das egal, ob ein Bild 1 Stunde oder einen ganzen Tag in Lightroom bearbeitet wurde, ein Filter drübergejagt wurde oder es gänzlich unbearbeitet blieb. Das Ergebnis zählt.

  3. @suhisu klar, da hast Du natürich recht… aber letztlich ging es im Bezug auf Instragram ja nur um die ‚Nachbearbeitung‘.

    Und natürlich zählt das Ergebnis, der Trend ist für mich aber erschreckend. Ob es jetzt Fotografie, Journalismus oder sonstwas ist, es wird alles nur noch ’schnell dahingerotzt‘

  4. @marco,der trend ist auch bald wieder vorbei!!!
    ich frage mich immer warum die macher solcher fotos sich für 500€ nen handy holen,wenn sie sich doch für 20€ ne analoge auf dem trödelmarkt besorgen könnten.

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