[Gastbeitrag] Die digitale Lochkamera
- am 6. April 2012
- von bee
- in Reportagen/Berichte
7
“Ich bin Rico, 22 und studiere genau wie Birgit auch Design. In der Fotografie experimentiere ich gerne herum und probiere viel aus.”
Jeder, der mit seiner DSLR ernsthaft fotografiert, kommt ja irgendwann an den Punkt, an dem er sich über die Preise von Objektiven ärgert. Dass man selbst für das mit Abstand billigste Objektiv noch ungefähr 100 € auf den Ladentisch legen muss, überrascht jeden, der mit Fotografie nichts am Hut hat. Und dies macht eins deutlich: Fotografie ist tatsächlich ein teures Hobby.
Aber ich behaupte, man braucht, um Fotos zu machen, prinzipiell kein Objektiv. Und damit meine ich nicht „kein zusätzliches Objektiv“, sondern gar kein Objektiv.
Genauso hat nämlich die Geschichte der Fotografie begonnen – völlig ohne Linsen. Ihr zugrunde liegt das Prinzip der Lochkamera. Simpel ausgedrückt kann man es so beschreiben, dass ein Abbild der Realität durch ein kleines Loch projiziert wird. Wenn man nun den Raum dahinter abdunkelt, damit kein Umgebungslicht die Projektion stört, und man diese auf einer ebenen Fläche auffängt, so kann man das Bild betrachten. Eine wunderbar anschauliche und ausführlichere Erklärung findet ihr übrigens auf Wikipedia.
Bei analogen, selbstgebauten Lochkameras wird dieses Bild mit Fotopapier aufgefangen. Dafür kann man aber natürlich auch den Sensor einer Digitalkamera verwenden. Und genau damit habe ich mich in letzter Zeit auseinander gesetzt.
Man findet im Internet reichlich Bauanleitungen für digitale Lochkameras, aber ich will das ganze Thema ausführlicher angehen und auch auf die Handhabung einer solchen Kamera eingehen.
Der große Vorteil einer Lochkamera mit Digitalsensor ist ganz einfach der, dass man sich das aufwändige Entwickeln spart. Gerade weil man bei so einer Kamera nur schlecht die Belichtungszeit schätzen kann, ist es sehr praktisch, wenn man das Ergebnis sofort auf dem Display sehen kann.
Was braucht man für den Bau einer digitalen Lochkamera?
Am besten eignen sich hierfür Spiegelreflexkameras, da man die nicht erwünschten Objektive einfach abnehmen kann. Nun braucht man nur noch etwas, womit man das objektivlose Gehäuse verschließt, und ein kleines Loch, wodurch das Licht eindringen kann. Nimmt man den Gehäusedeckel dafür, dann hat man den Vorteil, dass man es leicht auswechseln kann, für den Fall, dass man öfter mal Lochkamerafotos machen möchte. Man kann natürlich auch einfach etwas Lichtdichtes auf den Body kleben, aber das hält nicht so gut, es ist jedes Mal wieder Gefummel und es ist deutlich schwieriger, das ganze lichtdicht zu kriegen.
Was muss man beim Bau beachten?
Das mit Abstand aller Wichtigste ist, dass außer durch das Loch absolut kein Licht eindringen kann. Selbst bei Materialien, die lichtundurchlässig erscheinen (Karton z.B.), kann u.U. doch Licht durch und dann sind die Fotos völlig unbrauchbar.
Beim Loch muss man mehrere Sachen beachten: An erster Stelle steht die Faustregel „je kleiner das Loch, desto schärfer das Bild“. Da der Sensor (vor allem bei Crop-DSLRs) deutlich kleiner ausfällt als das Fotopapier bei der analogen Lochkamera, wirkt sich die Größe des Lochs noch gewaltiger aus, da das Verhältnis dasselbe bleibt. D.h. die Lochgröße sollte nicht mehr als 0,5 mm betragen. Um das zu erreichen, benötigt man z.B. eine feine Nadel (daher auch der Name „Pinhole Camera“).
![loch loch [Gastbeitrag] Die digitale Lochkamera](http://birgitengelhardt.de/blog/wp-content/uploads/2012/04/loch.jpg)
Wie kriegt man aber ein so kleines Loch in so hartes Plastik wie den Gehäusedeckel? Am besten bohrt man hierfür in die Mitte des Deckels ein Loch mit beliebigem Durchmesser. Dann sticht man ganz vorsichtig ein Loch (in meinem Fall war es ca. 0,3 mm groß) in dünnes, lichtundurchlässiges Material (z.B. Alufolie) und klebt dies auf die Rückseite des Deckels, so dass die Löcher übereinander liegen. Da bei Alufolie die Ränder des Loches leicht abstehen, muss man aufpassen, dass man beim Befestigen nicht drauf drückt, sonst verschließt man es wieder. Nimmt man anderes Material als Alufolie oder baut man das ganze ohne Gehäusedeckel, sollte man darauf achten, dass das Loch nicht ausgefranst ist, was z.B. bei Gewebeband schnell passiert.
![loch-im-deckel loch im deckel [Gastbeitrag] Die digitale Lochkamera](http://birgitengelhardt.de/blog/wp-content/uploads/2012/04/loch-im-deckel.jpg)
Wie lässt sich damit fotografieren?
Da man kein Objektiv benutzt, muss man auf die Blendeneinstellung verzichten. Die Blendenzahl kann aber berechnet werden: 1 / (Lochdurchmesser / Bildweite). Die Bildweite ist der Abstand vom Loch zum Sensor. Bei einem Loch von 0,3 mm und einer angenommenen Entfernung von 40 mm beträgt die „Blendenzahl“ (= effektive Lichtstärke in diesem Fall) 133. Dadurch wird automatisch eine Tiefenschärfe erreicht, die das sowieso nicht mögliche Fokussieren auch überflüssig macht.
Wenn man nun noch drei Zwischenringe mit insgesamt 65 mm zwischen Gehäuse und präpariertem Deckel montiert, dann erreicht man sogar eine effektive Lichtstärke von sagenhaften 350! Die Verwendung von Zwischenringen bringt noch andere Dinge mit sich. Zum einen wird durch die Vergrößerung der Bildweite an das Motiv heran gezoomt und zum anderen wird das Bild dunkler, wodurch länger belichtet werden muss. Aber um ein Stativ kommt man sowieso nicht herum, da selbst ohne Zwischenringe die Belichtungszeiten mehrere Sekunden lang sind.
Die schwarzen Flecken auf den Testfotos ist übrigens Schmutz auf dem Sensor. Die Lochkamera ist also auch eine gute Möglichkeit zum Überprüfen, ob der Sensor mal wieder gereinigt werden sollte
Die Flecken kann man in Photoshop glücklicherweise leicht rausretuschieren.
Drei Bilder mit gleicher Belichtungszeit – ohne Zwischenring, mit 31 mm und 65 mm
Will man die Qualität der Fotos noch verbessern, kann man sich auf viele Weisen kreativ austoben
Allerdings muss man immer irgendwie improvisieren, da ein Gehäusedeckel nicht für solche Zwecke vorgesehen ist.
Zum Beispiel könnte man eine Gegenlichtblende mit Klebeband befestigen, um den Kontrast zu erhöhen und direkten Lichteinfall zu minimieren. Denn was eine Lochkamera anscheinend am wenigsten leiden kann, ist direktes Licht (siehe Bild).
Oder man montiert beliebige Filter vor die Lochöffnung. Mit UV- und Grau-Filtern funktioniert dies wunderbar, obwohl letztere eher überflüssig sein dürften, da die Belichtungszeiten ohnehin sehr hoch sind.
Polfilter sind leider so gut wie nicht nutzbar, da man durch den Sucher nur schwarz sieht und man somit die Ausrichtung des Filters nicht einstellen kann. Nur mit viel Geduld und Rumprobieren kann man irgendwann sichtbare Erfolge erzielen. Genauso unbrauchbar sind ND-Verlaufsfilter aufgrund des viel zu kleinen Loches. Funktionieren würde es nur, wenn man ihn mit einer gewissen Entfernung zum Loch befestigen kann. Dafür sollte man aber basteltechnisch etwas geduldiger sein
Fazit
Das Bauen und Experimentieren mit einer digitalen Lochkamera macht viel Spaß und ist einfacher zu handhaben als selbstgebaute, analoge Lochkameras. Es hilft einem beim Verständnis der Prinzipien, aus denen die Fotografie hervorgegangen ist.
Die Fotos sind natürlich nicht vergleichbar mit solchen, die mit Objektiven gemacht wurden, aber ich finde es jedes Mal wieder erstaunlich, was ohne Linsen möglich ist.
Und wenn man noch dazu ein Fan von Fotos mit Vintageeffekt ist, sollte man es auf jeden Fall einmal probiert haben
Gastbeitrag: Eigener Schrott oder fremde Träume? Eine Erkenntnis
- am 17. February 2011
- von bee
- in Produkttests & Linktipps
22
Claus aus meiner Fotogruppe hat zum zweiten Mal einen Gastbeitrag für mich geschrieben. Und weil ich sowohl seinen Fotostil als auch seine Schreibe richtig klasse finde, lehne ich mich jetzt zurück und wünsche euch einfach viel Vergnügen beim Lesen dieses Beitrags!
Hat man einen hässlichen Geburtsfehler wie z.B. “begrenztes Budget”, so ist es einfach unmöglich, die Anschaffung einer Monsteroptik durchzuführen. Damit landet in der Fototasche meist das Gerät, das man sich halt leisten kann/will. Seit meiner D700 weiss ich aber, wie viel geiler (AF, ISO, Sucher, Robustheit. Prestige?) die größeren Geräte als die bezahlbaren sind.
Als Lichtstärkeanhänger daher schon ewig um das 1.4/24mm von Nikon rumgeschlichen. 2000 EUR, was ein Irrsinn! Habenmüssen. Nichtbezahlenkönnen. Mieten!
Also Weihnachtswünsche kanalisiert und 1.4/24, 4.0/300AF-S und SB900 für zehn Tage gemietet, davon 6 Werktage zu zahlen, zusammen knapp 500EUR, Hälfte als “Verzehrgutschein” zurück.
Für Silvester am Meer bestellt. Ausgepackt, angeschraubt, abhängig.
1.4/24mm im echten Leben
24mm sind genau meine Sichtweite: Ist eine Situation “charming”, ist sie genau so direkt im Sucher. Keine 20 Schritte zurück, kein Dirigieren, kein Ausgliedern. Schau&knips. Schöne Brennweite.

Und die Lichtstärke, ein Traum. Bis Kerzenlicht oder Dämmerung sitzt der AF sofort. Rumreißen, fokussieren, auslösen, auch bei schnellem Geschehen. So muss Werkzeug werkeln. 1.4er Lichtstärke, AF-S, wasweissichwasdahilft: Profikrempel löst Probleme, statt welche zu machen.
Verzerrung und Bukeh geschmeidig, nah an das Motiv ohne Birnenköpfe erlaubt sorgenfreies Arbeiten. So müssen Optiken sein! Fuck Mittelmaß (zumindest was die Arbeitsgeräte angeht :-)!
4.0/300mm im echten Leben
Ein 4.0/300 hab ich seit Jahren im Schrank. Ein Nikon AF-D, gebraucht gekauft. Ein 100-300 von Tokina noch dazu. Für Laienfußball bei Sonne OK, aber kein Einsatzanreiz whatsoever: AF langsam, Ergebnisse von begrenzter Schärfe, unsexy. Bah! Im realen Leben kaum im Einsatz, die Füße stimmen ab und sagen nein.
Also ein AF-S 4.0/300 mitgeliehen. Kein 2.8, kein VR, nicht billig und nie zu kaufen, doch ich wollte mal wissen, ob es bei 300mm nicht auch Schärfe gibt. Die echten Sportoptiken sind noch geliehen unbezahlbar.
Und was soll ich sagen: Der Hammer! AF maßlos schneller als mein olles nominell gleiches Glas. Schärfe super und durchgehend besser als alles, was ich selbst besitze. Mir schien sogar die Balance besser, so dass ich mit 1/125 s noch gute Schärfe aus der Hand schaffte. Und ich bin wirklich ein Wackler vor dem Herrn.
Nahgrenze, so dass im großen Raum gerade noch Portraits gehen, dann aber mit so unerbittlicher Schärfe, dass kein Normalmensch damit abgelichtet werden wollen würden tun täte.

SB900 im echten Leben
Selbst einen SB600 besitzend ärgerte ich mich schon ewig daran, dass ich im Dunkeln nur entweder entfesselt blitzen oder AF-support bekommen konnte (abgesehen von der unzumutbaren weißen Lampe an der Kamera). Auch ist die Bedienung des SB600 ein Gräuel. Daher mal den SB900 dazugeliehen, um zu schauen, was daran denn besser wäre.
Ergebnis: Die AF-Unterstützung ist etwa 119-mal besser als im AF-Supportlämpchen und 42-mal besser als im SB600: Schärfere Strukturen, weiter reichend. Leider auch nur bei AF-S und nur auf Mittel-Fokuspunkt.
Also als Fokusassistent bei Available Light (ganz ohne Blitzlicht) und/oder zum Ansteuern des entfesselten SB600 nahezu perfekt. Die Bedienung ist ein Traum: Blitzschnell per dedizierten Schaltern Blitzfunktionen umgestellt, Master/Slave/Manuell… gut.
Aber für meinen Gebrauch doch ein paar dreckige Nachteile, die ich nicht lieben lernte: Erstens ist das Ding zu schwer und klopig. Die Hand schmerzt nach einer halben Stunde damit drauf selbst bei massiger D700. Zweitens isses viel zu stark. Selbst mit 1/128tel Leistung ist es nicht möglich, eine available-light Aufnahme bei offener Blende in nahem Abstand zu unterstützen. Man muss “ewig” weit weg und schrecklich abblenden, so meine enttäuschende Erkenntnis. Ich hoffe, ich lieg’ da falsch, vielleicht kann ja jemand Hilfe kommentieren, aber 1.4 bei 45cm Abstand und 800ASA geht nicht zu blitzen. Und das ist bei Dämmerung nicht unüblich und reizvoll. Tips welcome!
Fazit
Profitechnik rules! Es ist so viel beflügelnder, mit diesem Optikkaliber zu arbeiten als mit bezahlbarem, dass es schmerzt. Ich konnte an diesen Optiken keinerlei Schwachstelle erkennen, selbst das Entfernen von Strandsand aus dem Stativring geht geschmeidig! Mir kam sogar der krankhafte Gedanke, dass der AF mit diesen Profioptiken von selbst die Wimpern statt die Strähnen trifft und die bildwichtigen Stellen anvisiert. Unheimlich!
Allerdings ist man damit in der Zwickmühle. Einerseits erlahmt investitionssparend das Interesse an den normalen Optiken. Andererseit hat man ein Feuer entzündet, das kaum familientauglich zu befüttern ist.
Daher eine ganz arg schlimme Warnung an alle da draußen im Netz: Bleibt weg von diesen Diamanten! Rettet Euch zum Gelumpe! Schraubt Euch Aschenbecher an die Kamera! Bleibt unbeleckt von der großen Liebe! Sie bricht Euch den Geldbeutel, schändet Euere Erwartungen und versnobt Euch. Man wird mit den Fingern auf Euch zeigen und Vorwürfe machen. Man wird Euch belächeln und beneiden.
Aber wenn ihr durch den Sucher schaut, wird Euch das nicht mehr stören.
Gastbeitrag: Hanswurste auf Messe
- am 26. September 2010
- von bee
- in Reportagen/Berichte
12
Claus aus meiner Fotogruppe war auf der Photokina. Und berichtet auf seine ganz eigene Art von dieser riesigen Fotomesse!
Als Gastbeitrag (Mama schau: Bub online! Bub berühmt!) mal für alle Franken, denen’s zu weit ist, was vonne Fotokina. Jott im Himmel! Wie man dort bei „Kölle am Rhin“ so sang kütt, watt ‘ne aufjerechte Zeit.
Alle zwei Jahre zerren dicke Rucksäcke ihre Fotografen in die Messehallen zu Köln, um während der „Weltmesse des Bildes“ sich mit vielen andern Kameras, neuen und neuesten, mal gemütlich zu treffen. Auch meine kleine Kameratasche zerrte und zurrte seit Wochen an mir herum, zeigte „hier schau: tolle Optiken“, sagte „kuck da, Riesenkameras“ und raunte „die Fotogötterdämmerung!“ in mein müdes Ohr.
Als mich dann auch noch eine Mail von Manfrotto einlud, doch mal dort einen Workshop mitzumachen, war es dann um mich geschehen: Familie eingepackt und zur niederrheinischen Verwandschaft, selbst auf zur Photokina, Ragnarök miterleben.
Der Workshop war nicht irgendein Massenshooting: Eine Stunde One-on-one-Workshop sollte es sein. Nur er und ich. Für umsonst. In echt. Freie Themenwahl. Und Er war nicht irgendwer. ER war:
DER Joe McNally. Und DIE schiefe Brille.
mehr >»Gastbeitrag: Jungfernfahrt eines Photoblogs
- am 16. August 2010
- von bee
- in nachgedacht
7

Im heutigen Gastbeitrag erzählt mein lieber Fotobuddy Bene, wie es ist, ganz frisch mit dem Fotobloggen anzufangen. Welche Hindernisse auf ihn gelauert haben, welche Fragen er sich stellt… Ihr solltet auf jeden Fall seinen Fotoblog “Benoculus” besuchen – ich finde, er hat ihn ganz klasse hinbekommen und erzählt wunderbar die Geschichten zu seinen Fotos. Aber nun zu Benes Gastbeitrag:
Es ist nun gut zwei Wochen her, dass mein erster eigener Photoblog das Licht der Welt erblickte. Damit habe ich mir einen Wunsch erfüllt, der vor einem Jahr zum ersten Mal in mir aufkeimte, als ich mich mit Birgit übers Bloggen unterhielt. Zu den meisten meiner Photos, die ich anderen zeigte, wollte ich auch eine Geschichte erzählen, da gerade diese Geschichten mich interessierten.
Aller Anfang…
Nachdem ich nun endlich mal mehr Zeit hatte, griff ich die Idee wieder auf und machte mir Gedanken über die Umsetzung. Ich holte mir Tipps von Birgit und sie führte mich in die wichtigsten Seiten des Bloggens ein. Nachdem ich erstmal einen Provider gefunden hatte, bei dem ich keine monatlichen Unsummen für dieses Hobby ausgeben musste, ging es an das Finden eines geeigneten Themes, schließlich sollte der Blog auch „nach mir aussehen“. Die gestaltete sich glücklicherweise als relativ einfaches Unternehmen – was mir größere Probleme bereitete, war das Anpassen der Technik an meine Bedürfnisse.
Was wollte ich noch mal sagen?
Nachdem ich mich eine Woche lang durch Quelltexte, Grafiken, Rechtsbestimmungen und Hilfetexte gekämpft hatte, stand der Blog in seiner optischen Form fest. Nun musste nur noch der Inhalt her. Eine alte Blogger-Weisheit sagt, dass man zum Start eines neuen Blogs schon eine Hand voll Einträge haben sollte, damit es nicht so leer aussieht und Besucher gleich die Möglichkeiten haben weiterzulesen.
Also verfasste ich die ersten Einträge, aber das Problem ist immer das gleiche: Was soll man am Anfang sagen?
Volle Kraft voraus!
Und los ging es. Alles war fertig, alles funktionierte, wie es sollte. Der Blog war bereit gezeigt zu werden. Die ersten Blogeinträge für die kommende Woche waren auch schon vorbereitet und ich habe den Link erstmal an meine Freunde rumgeschickt, die bis dahin noch keine Ahnung hatten, woran ich arbeitete.
Ich postete den Link auch in ein paar Foren, um auch andere auf mich aufmerksam zu machen, und tatsächlich kamen bald die ersten Besucher. Zwar nur wenige, aber gerade am Anfang freut man sich über jeden Klick.
Doch gleichzeitig setzten auch die ersten Zweifel ein: Interessiert sich überhaupt jemand dafür, was ich zu sagen habe? Will überhaupt jemand meine Bilder sehen? Ist das alles nicht eigentlich belanglos? Was, wenn mir der Redestoff ausgeht?
Noch kein Eisberg in Sicht
Zumindest um die letzte Frage mache ich mir inzwischen weniger Sorgen. Dadurch, dass ich mich durch meinen Blog nun öfter mit der Photographie beschäftige, fallen mir spontan immer neue Ideen für Blogbeiträge ein. Man geht bewusster mit dem Hobby um und entdeckt erst die Fülle an möglichen Themen, die damit in Zusammenhang stehen.
Trotz allem ist es schon ein merkwürdiges Gefühl, plötzlich so in der Öffentlichkeit zu stehen. Das hat nichts mit Berühmtheit zu tun, sondern eher damit, dass man quasi Wildfremde Menschen in einen recht persönlichen Teil des eigenen Lebens blicken und an der eigenen Gedankenwelt teilhaben lässt.
Wie es weiter geht? Keine Ahnung. Aber es macht mir Spaß und ich hoffe, meinen Besuchern auch
Gastbeitrag: Die verpasste Gelegenheit
- am 10. August 2010
- von bee
- in Reportagen/Berichte
6
Von einem Erlebnis, wie es sicher viele von uns (so oder so ähnlich) kennen, erzählt uns heute Aki.
Aki kann stundenlang schöne Fotos angucken. Früher hat sie eine Zeit lang intensiv fotografiert, bis sie merkte, dass sie vor lauter Motivsuche nichts anderes mehr wahrnahm.
Gerne hätte ich die Gelegenheit wahrgenommen, auf bees Website mein schönstes Foto vorzustellen. Leider habe ich keines, das zeigenswert ist. Vielleicht wäre es das Foto gewesen, das ich leider nicht gemacht habe.
Ich habe mich an die verpasste Chance erinnert, als ich den Beitrag von Markus gelesen habe. Er beschreibt sein Gefühl, das ihn überkam, als er die Frau auf der Bank von hinten sah. So ähnlich erging es mir auch einmal vor langer Zeit auf einer Reise im damaligen Jugoslawien.
An einem frühen Morgen sah ich auf einer Bank von hinten fünf oder sechs Jugendliche sitzen. Sie hatten wahrscheinlich die Nacht durchgefeiert und schliefen jetzt. Das Tolle an der Szene war, dass jeder bis auf einen den Kopf auf die Schulter des Nachbarn gelegt hatte und das Ganze wie ein Kunstwerk aussah, da es eine harmonische Symmetrie darstellte, total schön. Ich war sofort gebannt von dem Anblick, hatte aber Hemmungen zu fotografieren. Nach einer zu langen Bedenkpause nahm ich ganz leise meinen Fotoapparat und stellte ihn ein. In dem Moment wurde einer der Schlafenden wach, hob seinen Kopf, die anderen folgten, und der Charme war gebrochen.
Vielleicht hat bee ein Foto, der solch einen faszinierenden Augenblick festgehalten hat, oder jemand sendet es mit seinem Kommentar. Ich bin gespannt.
Gastbeitrag: Leuchtende Augen
- am 7. August 2010
- von bee
- in Bildbearbeitung
8
Gestern erreichte mich wieder ein cooler Gastbeitrag. Diesmal geht es um Photoshop und wie ihr die Augen eurer Models zum Leuchten bringt – im wahrsten Sinne des Wortes. Das Wort hat Melanie!
Melanie, 25 Jahre und schon als Kind kreativ gewesen. Doch erst letztes Jahr bekam ich zum ersten Mal eine DSLR in die Finger und begann mich mit der Fotografie zu beschäftigen. Mit Photoshop beschäftige ich mich daher auch schon länger als mit der Fotografie selbst, daher geht mein Thema für heute auch in diese Richtung. Man kann mich finden auf meinem Blog!
Ausgangspunkt einer guten Bildbearbeitung sollte immer ein gutes Bild sein. Früher glaubte ich, Fehler, die ich beim Fotografieren gemacht habe, mit Photoshop ausgleichen zu können. Bis zu einem gewissen Grad geht das. Man kann von “Verbesserungen” sprechen. Aber ein schlechtes Bild wirkt auch mit einer guten Bearbeitung im Endeffekt nie so wie ein gutes Bild mit einer guten Bearbeitung.
Im Mittelpunkt dieses Gastbeitrags steht meine Technik, mit der ich Augen auf jedem Portrait zum Leuchten bekomme. Will heißen, ich gehe der Frage nach: Wie kann ich Augen noch ausdrucksstärker machen? Ich arbeite in diesem Artikel übrigens mit Photoshop CS4. Allerdings sollten alle meine Schritte auch mit niedrigeren Versionen von Photoshop möglich sein.
Ausgangsmaterial dafür ist das folgende Portrait. Es entstand gestern Abend im Fotostudio, das Model ist Golden Eyes. Und ich habe nun vor, ihrem NickName alle Ehre zu machen.
Alle Bilder sind großklickbar.
mehr >»Gastbeitrag: Von hinten
- am 29. July 2010
- von bee
- in meine Fotos
11
Dies ist ein Gastbeitrag von Markus aka Coopictures.
8 Stunden, 5 Tage die Woche schiebe ich Pixel herum oder öffne und schließe Tags. Finde ich mal Zeit, um an die frische Luft zu kommen, laufe ich mit Freunden Parkour oder gehe Fotografieren. Bei Facebook oder Twitter findet man mich auch, ansonsten hinterlasse ich noch digitale Spuren auf meinem Blog.
Heute möchte ich gerne eine Art, oder besser gesagt: eine Motiv-Art vorstellen, welche etwas speziell ist. Und zwar das Fotografieren von hinten.
Alles begann im letzten Jahr. Ich war mit meinem Bruder, seiner Freundin und ihrem Bruder im Urlaub, und zwar in Polen. Ja, da kann man ganz günstig und gut Urlaub machen. Wir waren jeden Tag unterwegs und irgendwann, ich glaub das war der dritte oder vierte Tag, da sah ich ‘es’.
Wir sind soeben mit einem der Busse in unser “Dorf” gefahren. Als wir ausstiegen, hielt ich die Kamera immer noch in meiner Hand. Der Himmel färbte sich leicht orange und der fast perfekte Sonnen-Untergang an der Ostsee war geboren. Wir liefen weiter, bis wir etwa die Hälfte des Heimweges hinter uns gebracht hatten. Dort wechselten wir die Straßenseite. Ich schaute verträumt der Sonne hinterher, wie sie langsam im Meer zu versinken zu drohte. Ein kurzer Blick wieder auf die andere Straßenseite ließ mein Herz rasen, meine Finger wurden schwitzig und ganz intuitiv schaltete ich meine Kamera ein. Warum auch immer, ich weiß es bis heute nicht, schaltete ich auch auf “monochrom” (was ich einige Wochen später bereute), schaute durch meinen Sucher und eine Gänsehaut machte sich über meinen Körper breit.
Ich überlegte nicht lange, wie der Bildausschnitt sein sollte. Alles lief aalglatt. 1, 2, 3 Fotos, ich musste grinsen und lief wieder zu meinem Bruder & Co. Schaltete die Kamera aus und war innerlich zufrieden. Es war der Moment, es war meines Erachten alles perfekt, nichts gekünstelt oder gestellt. Der Moment war einfach da.
Raus kam dabei mein Bild 2009.

Liebeserklärung an meine Fotogruppe
- am 3. May 2010
- von bee
- in nachgedacht
13
Heute ist auf kwerfeldein.de ein Gastartikel von mir erschienen. Das Thema: Warum ihr auch in digitalen Zeiten immens von einer lokalen Fotogruppe profitiert.
Stammleser wissen, dass ich aus Erfahrung spreche. Seit 3 1/2 Jahren bin ich in “meiner” Fotogruppe, die sehr aktiv ist. Nebenbei noch in einer zweiten, die sich gelegentlich trifft, und neuerdings noch bei einem Fotostammtisch.
Ich würde mich freuen, wenn ihr bei meinem Artikel vorbeischaut!
Edit:
Habe gerade von einer Deutschlandkarte erfahren, in der schon sehr viele Fotogruppen verzeichnet sind. Absoluter Linktipp für alle, die noch keine haben.
![ohne-zwischenring ohne zwischenring 150x150 [Gastbeitrag] Die digitale Lochkamera](http://birgitengelhardt.de/blog/wp-content/uploads/2012/04/ohne-zwischenring-150x150.jpg)
![31mm 31mm 150x150 [Gastbeitrag] Die digitale Lochkamera](http://birgitengelhardt.de/blog/wp-content/uploads/2012/04/31mm-150x150.jpg)
![65mm 65mm 150x150 [Gastbeitrag] Die digitale Lochkamera](http://birgitengelhardt.de/blog/wp-content/uploads/2012/04/65mm-150x150.jpg)























Hier bin ich auch!