Gastbeitrag: Eigener Schrott oder fremde Träume? Eine Erkenntnis

Claus aus meiner Fotogruppe hat zum zweiten Mal einen Gastbeitrag für mich geschrieben. Und weil ich sowohl seinen Fotostil als auch seine Schreibe richtig klasse finde, lehne ich mich jetzt zurück und wünsche euch einfach viel Vergnügen beim Lesen dieses Beitrags!

Hat man einen hässlichen Geburtsfehler wie z.B. “begrenztes Budget”, so ist es einfach unmöglich, die Anschaffung einer Monsteroptik durchzuführen. Damit landet in der Fototasche meist das Gerät, das man sich halt leisten kann/will. Seit meiner D700 weiss ich aber, wie viel geiler (AF, ISO, Sucher, Robustheit. Prestige?) die größeren Geräte als die bezahlbaren sind.

Als Lichtstärkeanhänger daher schon ewig um das 1.4/24mm von Nikon rumgeschlichen. 2000 EUR, was ein Irrsinn! Habenmüssen. Nichtbezahlenkönnen. Mieten!

Also Weihnachtswünsche kanalisiert und 1.4/24, 4.0/300AF-S und SB900 für zehn Tage gemietet, davon 6 Werktage zu zahlen, zusammen knapp 500EUR, Hälfte als “Verzehrgutschein” zurück.

Für Silvester am Meer bestellt. Ausgepackt, angeschraubt, abhängig.

1.4/24mm im echten Leben

24mm sind genau meine Sichtweite: Ist eine Situation “charming”, ist sie genau so direkt im Sucher. Keine 20 Schritte zurück, kein Dirigieren, kein Ausgliedern. Schau&knips. Schöne Brennweite.

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Und die Lichtstärke, ein Traum. Bis Kerzenlicht oder Dämmerung sitzt der AF sofort. Rumreißen, fokussieren, auslösen, auch bei schnellem Geschehen. So muss Werkzeug werkeln. 1.4er Lichtstärke, AF-S, wasweissichwasdahilft: Profikrempel löst Probleme, statt welche zu machen.

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Verzerrung und Bukeh geschmeidig, nah an das Motiv ohne Birnenköpfe erlaubt sorgenfreies Arbeiten. So müssen Optiken sein! Fuck Mittelmaß (zumindest was die Arbeitsgeräte angeht :-)!

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20101230Kamperland Aquazoo0362 300x165 Gastbeitrag: Eigener Schrott oder fremde Träume? Eine Erkenntnis

4.0/300mm im echten Leben

Ein 4.0/300 hab ich seit Jahren im Schrank. Ein Nikon AF-D, gebraucht gekauft. Ein 100-300 von Tokina noch dazu. Für Laienfußball bei Sonne OK, aber kein Einsatzanreiz whatsoever: AF langsam, Ergebnisse von begrenzter Schärfe, unsexy. Bah! Im realen Leben kaum im Einsatz, die Füße stimmen ab und sagen nein.

Also ein AF-S 4.0/300 mitgeliehen. Kein 2.8, kein VR, nicht billig und nie zu kaufen, doch ich wollte mal wissen, ob es bei 300mm nicht auch Schärfe gibt. Die echten Sportoptiken sind noch geliehen unbezahlbar.

Und was soll ich sagen: Der Hammer! AF maßlos schneller als mein olles nominell gleiches Glas. Schärfe super und durchgehend besser als alles, was ich selbst besitze. Mir schien sogar die Balance besser, so dass ich mit 1/125 s noch gute Schärfe aus der Hand schaffte. Und ich bin wirklich ein Wackler vor dem Herrn.

Nahgrenze, so dass im großen Raum gerade noch Portraits gehen, dann aber mit so unerbittlicher Schärfe, dass kein Normalmensch damit abgelichtet werden wollen würden tun täte.

zoom 300x300 Gastbeitrag: Eigener Schrott oder fremde Träume? Eine Erkenntnis

moz screenshot Gastbeitrag: Eigener Schrott oder fremde Träume? Eine Erkenntnis

SB900 im echten Leben

Selbst einen SB600 besitzend ärgerte ich mich schon ewig daran, dass ich im Dunkeln nur entweder entfesselt blitzen oder AF-support bekommen konnte (abgesehen von der unzumutbaren weißen Lampe an der Kamera). Auch ist die Bedienung des SB600 ein Gräuel. Daher mal den SB900 dazugeliehen, um zu schauen, was daran denn besser wäre.

Ergebnis: Die AF-Unterstützung ist etwa 119-mal besser als im AF-Supportlämpchen und 42-mal besser als im SB600: Schärfere Strukturen, weiter reichend. Leider auch nur bei AF-S und nur auf Mittel-Fokuspunkt.

Also als Fokusassistent bei Available Light (ganz ohne Blitzlicht) und/oder  zum Ansteuern des entfesselten SB600 nahezu perfekt. Die Bedienung ist ein Traum: Blitzschnell per dedizierten Schaltern Blitzfunktionen umgestellt, Master/Slave/Manuell… gut.

Aber für meinen Gebrauch doch ein paar dreckige Nachteile, die ich nicht lieben lernte: Erstens ist das Ding zu schwer und klopig. Die Hand schmerzt nach einer halben Stunde damit drauf selbst bei massiger D700. Zweitens isses viel zu stark. Selbst mit 1/128tel Leistung ist es nicht möglich, eine available-light Aufnahme bei offener Blende in nahem Abstand zu unterstützen. Man muss “ewig” weit weg und schrecklich abblenden, so meine enttäuschende Erkenntnis. Ich hoffe, ich lieg’ da falsch, vielleicht kann ja jemand Hilfe kommentieren, aber 1.4 bei 45cm Abstand und 800ASA geht nicht zu blitzen. Und das ist bei Dämmerung nicht unüblich und reizvoll. Tips welcome!

Fazit

Profitechnik rules! Es ist so viel beflügelnder, mit diesem Optikkaliber zu arbeiten als mit bezahlbarem, dass es schmerzt. Ich konnte an diesen Optiken keinerlei Schwachstelle erkennen, selbst das Entfernen von Strandsand aus dem Stativring geht geschmeidig! Mir kam sogar der krankhafte Gedanke, dass der AF mit diesen Profioptiken von selbst die Wimpern statt die Strähnen trifft und die bildwichtigen Stellen anvisiert. Unheimlich!

Allerdings ist man damit in der Zwickmühle. Einerseits erlahmt investitionssparend das Interesse an den normalen Optiken. Andererseit hat man ein Feuer entzündet, das kaum familientauglich zu befüttern ist.

Daher eine ganz arg schlimme Warnung an alle da draußen im Netz: Bleibt weg von diesen Diamanten! Rettet Euch zum Gelumpe! Schraubt Euch Aschenbecher an die Kamera! Bleibt unbeleckt von der großen Liebe! Sie bricht Euch den Geldbeutel, schändet Euere Erwartungen und versnobt Euch. Man wird mit den Fingern auf Euch zeigen und Vorwürfe machen. Man wird Euch belächeln und beneiden.

Aber wenn ihr durch den Sucher schaut, wird Euch das nicht mehr stören.

Gastbeitrag: Hanswurste auf Messe

Claus aus meiner Fotogruppe war auf der Photokina. Und berichtet auf seine ganz eigene Art von dieser riesigen Fotomesse!

Als Gastbeitrag (Mama schau: Bub online! Bub berühmt!) mal für alle Franken, denen’s zu weit ist, was vonne Fotokina. Jott im Himmel! Wie man dort bei „Kölle am Rhin“ so sang kütt, watt ‘ne aufjerechte Zeit.

Alle zwei Jahre zerren dicke Rucksäcke ihre Fotografen in die Messehallen zu Köln, um während der „Weltmesse des Bildes“ sich mit vielen andern Kameras, neuen und neuesten, mal gemütlich zu treffen. Auch meine kleine Kameratasche zerrte und zurrte seit Wochen an mir herum, zeigte „hier schau: tolle Optiken“, sagte „kuck da, Riesenkameras“ und raunte „die Fotogötterdämmerung!“ in mein müdes Ohr.

Als mich dann auch noch eine Mail von Manfrotto einlud, doch mal dort einen Workshop mitzumachen, war es dann um mich geschehen: Familie eingepackt und zur niederrheinischen Verwandschaft, selbst auf zur Photokina, Ragnarök miterleben.

Der Workshop war nicht irgendein Massenshooting: Eine Stunde One-on-one-Workshop sollte es sein. Nur er und ich. Für umsonst. In echt. Freie Themenwahl. Und Er war nicht irgendwer. ER war:

DER Joe McNally. Und DIE schiefe Brille.

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Gastbeitrag: Jungfernfahrt eines Photoblogs

bene Gastbeitrag: Jungfernfahrt eines Photoblogs

Im heutigen Gastbeitrag erzählt mein lieber Fotobuddy Bene, wie es ist, ganz frisch mit dem Fotobloggen anzufangen. Welche Hindernisse auf ihn gelauert haben, welche Fragen er sich stellt… Ihr solltet auf jeden Fall seinen Fotoblog “Benoculus” besuchen – ich finde, er hat ihn ganz klasse hinbekommen und erzählt wunderbar die Geschichten zu seinen Fotos. Aber nun zu Benes Gastbeitrag:

Es ist nun gut zwei Wochen her, dass mein erster eigener Photoblog das Licht der Welt erblickte. Damit habe ich mir einen Wunsch erfüllt, der vor einem Jahr zum ersten Mal in mir aufkeimte, als ich mich mit Birgit übers Bloggen unterhielt. Zu den meisten meiner Photos, die ich anderen zeigte, wollte ich auch eine Geschichte erzählen, da gerade diese Geschichten mich interessierten.

Aller Anfang…

Nachdem ich nun endlich mal mehr Zeit hatte, griff ich die Idee wieder auf und machte mir Gedanken über die Umsetzung. Ich holte mir Tipps von Birgit und sie führte mich in die wichtigsten Seiten des Bloggens ein. Nachdem ich erstmal einen Provider gefunden hatte, bei dem ich keine monatlichen Unsummen für dieses Hobby ausgeben musste, ging es an das Finden eines geeigneten Themes, schließlich sollte der Blog auch „nach mir aussehen“. Die gestaltete sich glücklicherweise als relativ einfaches Unternehmen – was mir größere Probleme bereitete, war das Anpassen der Technik an meine Bedürfnisse.

benoculus Gastbeitrag: Jungfernfahrt eines Photoblogs

Was wollte ich noch mal sagen?

Nachdem ich mich eine Woche lang durch Quelltexte, Grafiken, Rechtsbestimmungen und Hilfetexte gekämpft hatte, stand der Blog in seiner optischen Form fest. Nun musste nur noch der Inhalt her. Eine alte Blogger-Weisheit sagt, dass man zum Start eines neuen Blogs schon eine Hand voll Einträge haben sollte, damit es nicht so leer aussieht und Besucher gleich die Möglichkeiten haben weiterzulesen.

Also verfasste ich die ersten Einträge, aber das Problem ist immer das gleiche: Was soll man am Anfang sagen?

Volle Kraft voraus!

Und los ging es. Alles war fertig, alles funktionierte, wie es sollte. Der Blog war bereit gezeigt zu werden. Die ersten Blogeinträge für die kommende Woche waren auch schon vorbereitet und ich habe den Link erstmal an meine Freunde rumgeschickt, die bis dahin noch keine Ahnung hatten, woran ich arbeitete.

Ich postete den Link auch in ein paar Foren, um auch andere auf mich aufmerksam zu machen, und tatsächlich kamen bald die ersten Besucher. Zwar nur wenige, aber gerade am Anfang freut man sich über jeden Klick.

Doch gleichzeitig setzten auch die ersten Zweifel ein: Interessiert sich überhaupt jemand dafür, was ich zu sagen habe? Will überhaupt jemand meine Bilder sehen? Ist das alles nicht eigentlich belanglos? Was, wenn mir der Redestoff ausgeht?

Noch kein Eisberg in Sicht

Zumindest um die letzte Frage mache ich mir inzwischen weniger Sorgen. Dadurch, dass ich mich durch meinen Blog nun öfter mit der Photographie beschäftige, fallen mir spontan immer neue Ideen für Blogbeiträge ein. Man geht bewusster mit dem Hobby um und entdeckt erst die Fülle an möglichen Themen, die damit in Zusammenhang stehen.

Trotz allem ist es schon ein merkwürdiges Gefühl, plötzlich so in der Öffentlichkeit zu stehen. Das hat nichts mit Berühmtheit zu tun, sondern eher damit, dass man quasi Wildfremde Menschen in einen recht persönlichen Teil des eigenen Lebens blicken und an der eigenen Gedankenwelt teilhaben lässt.

Wie es weiter geht? Keine Ahnung. Aber es macht mir Spaß und ich hoffe, meinen Besuchern auch icon wink Gastbeitrag: Jungfernfahrt eines Photoblogs

Gastbeitrag: Die verpasste Gelegenheit

Von einem Erlebnis, wie es sicher viele von uns (so oder so ähnlich) kennen, erzählt uns heute Aki.

Aki kann stundenlang schöne Fotos angucken. Früher hat sie eine Zeit lang intensiv fotografiert, bis sie merkte, dass sie vor lauter Motivsuche nichts anderes mehr wahrnahm.

Gerne hätte ich die Gelegenheit wahrgenommen, auf bees Website mein schönstes Foto vorzustellen. Leider habe ich keines, das zeigenswert ist. Vielleicht wäre es das Foto gewesen, das ich leider nicht gemacht habe.

Ich habe mich an die verpasste Chance erinnert, als ich den Beitrag von Markus gelesen habe. Er beschreibt sein Gefühl, das ihn überkam, als er die Frau auf der Bank von hinten sah. So ähnlich erging es mir auch einmal vor langer Zeit auf einer Reise im damaligen Jugoslawien.

An einem frühen Morgen sah ich auf einer Bank von hinten fünf oder sechs Jugendliche sitzen. Sie hatten wahrscheinlich die Nacht durchgefeiert und schliefen jetzt. Das Tolle an der Szene war, dass jeder bis auf einen den Kopf auf die Schulter des Nachbarn gelegt hatte und das Ganze wie ein Kunstwerk aussah, da es eine harmonische Symmetrie darstellte, total schön. Ich war sofort gebannt von dem Anblick, hatte aber Hemmungen zu fotografieren. Nach einer zu langen Bedenkpause nahm ich ganz leise meinen Fotoapparat und stellte ihn ein. In dem Moment wurde einer der Schlafenden wach, hob seinen Kopf, die anderen folgten, und der Charme war gebrochen.

Vielleicht hat bee ein Foto, der solch einen faszinierenden Augenblick festgehalten hat, oder jemand sendet es mit seinem Kommentar. Ich bin gespannt.

Gastbeitrag: Leuchtende Augen

Gestern erreichte mich wieder ein cooler Gastbeitrag. Diesmal geht es um Photoshop und wie ihr die Augen eurer Models zum Leuchten bringt – im wahrsten Sinne des Wortes. Das Wort hat Melanie!

Melanie, 25 Jahre und schon als Kind kreativ gewesen. Doch erst letztes Jahr bekam ich zum ersten Mal eine DSLR in die Finger und begann mich mit der Fotografie zu beschäftigen. Mit Photoshop beschäftige ich mich daher auch schon länger als mit der Fotografie selbst, daher geht mein Thema für heute auch in diese Richtung. Man kann mich finden auf meinem Blog! icon smile Gastbeitrag: Leuchtende Augen

Ausgangspunkt einer guten Bildbearbeitung sollte immer ein gutes Bild sein. Früher glaubte ich, Fehler, die ich beim Fotografieren gemacht habe, mit Photoshop ausgleichen zu können. Bis zu einem gewissen Grad geht das. Man kann von “Verbesserungen” sprechen. Aber ein schlechtes Bild wirkt auch mit einer guten Bearbeitung im Endeffekt nie so wie ein gutes Bild mit einer guten Bearbeitung.

Im Mittelpunkt dieses Gastbeitrags steht meine Technik, mit der ich Augen auf jedem Portrait zum Leuchten bekomme. Will heißen, ich gehe der Frage nach: Wie kann ich Augen noch ausdrucksstärker machen? Ich arbeite in diesem Artikel übrigens mit Photoshop CS4. Allerdings sollten alle meine Schritte auch mit niedrigeren Versionen von Photoshop möglich sein.

Ausgangsmaterial dafür ist das folgende Portrait. Es entstand gestern Abend im Fotostudio, das Model ist Golden Eyes. Und ich habe nun vor, ihrem NickName alle Ehre zu machen.

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Alle Bilder sind großklickbar.

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Gastbeitrag: Von hinten

Dies ist ein Gastbeitrag von Markus aka Coopictures.

8 Stunden, 5 Tage die Woche schiebe ich Pixel herum oder öffne und schließe Tags. Finde ich mal Zeit, um an die frische Luft zu kommen, laufe ich mit Freunden Parkour oder gehe Fotografieren. Bei Facebook oder Twitter findet man mich auch, ansonsten hinterlasse ich noch digitale Spuren auf meinem Blog.

Heute möchte ich gerne eine Art, oder besser gesagt: eine Motiv-Art vorstellen, welche etwas speziell ist. Und zwar das Fotografieren von hinten.

Alles begann im letzten Jahr. Ich war mit meinem Bruder, seiner Freundin und ihrem Bruder im Urlaub, und zwar in Polen. Ja, da kann man ganz günstig und gut Urlaub machen. Wir waren jeden Tag unterwegs und irgendwann, ich glaub das war der dritte oder vierte Tag, da sah ich ‘es’.

Wir sind soeben mit einem der Busse in unser “Dorf” gefahren. Als wir ausstiegen, hielt ich die Kamera immer noch in meiner Hand. Der Himmel färbte sich leicht orange und der fast perfekte Sonnen-Untergang an der Ostsee war geboren. Wir liefen weiter, bis wir etwa die Hälfte des Heimweges hinter uns gebracht hatten. Dort wechselten wir die Straßenseite. Ich schaute verträumt der Sonne hinterher, wie sie langsam im Meer zu versinken zu drohte. Ein kurzer Blick wieder auf die andere Straßenseite ließ mein Herz rasen, meine Finger wurden schwitzig und ganz intuitiv schaltete ich meine Kamera ein. Warum auch immer, ich weiß es bis heute nicht, schaltete ich auch auf “monochrom” (was ich einige Wochen später bereute), schaute durch meinen Sucher und eine Gänsehaut machte sich über meinen Körper breit.

Ich überlegte nicht lange, wie der Bildausschnitt sein sollte. Alles lief aalglatt. 1, 2, 3 Fotos, ich musste grinsen und lief wieder zu meinem Bruder & Co. Schaltete die Kamera aus und war innerlich zufrieden. Es war der Moment, es war meines Erachten alles perfekt, nichts gekünstelt oder gestellt. Der Moment war einfach da.

Raus kam dabei mein Bild 2009.

bild1 resize Gastbeitrag: Von hinten

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Liebeserklärung an meine Fotogruppe

Heute ist auf kwerfeldein.de ein Gastartikel von mir erschienen. Das Thema: Warum ihr auch in digitalen Zeiten immens von einer lokalen Fotogruppe profitiert.

Stammleser wissen, dass ich aus Erfahrung spreche. Seit 3 1/2 Jahren bin ich in “meiner” Fotogruppe, die sehr aktiv ist. Nebenbei noch in einer zweiten, die sich gelegentlich trifft, und neuerdings noch bei einem Fotostammtisch.

Ich würde mich freuen, wenn ihr bei meinem Artikel vorbeischaut!

gastartikel kwerfeldein.de  Liebeserklärung an meine Fotogruppe

Edit:

Habe gerade von einer Deutschlandkarte erfahren, in der schon sehr viele Fotogruppen verzeichnet sind. Absoluter Linktipp für alle, die noch keine haben.

Gastartikel: Die Welt der kleinen Planeten – Teil II

Dies ist der zweite Teil von Patricks Gastbeitrag zur Panoramafotografie. Teil 1 findet ihr hier.

2. Die Aufnahme

Bei der Aufnahme der Einzelbilder für ein Kugelpanorama muss man ein paar Dinge beachten.

  1. Der Weißabgleich sollte nicht auf Automatik stehen, sondern manuell eingestellt werden, damit sich dieser nicht zwischen den Aufnahmen ändert.
  2. Die Belichtung muss manuell eingestellt werden, da diese sich ebenfalls nicht ändern darf.
  3. Ebenso sollte der Autofokus deaktiviert werden, da auch dieser sich nicht ändern darf.
  4. Man sollte eine kleine Wasserwaag auf den Blitzschuh stecken und die Kamera absolut gerade auf dem Stativ ausrichten.
  5. Die Blende sollte nicht zu offen gewählt werden, da aus der Erfahrung heraus Unschärfe im Panorama nicht wirklich gut wirkt.

Hat man all das bedacht, kann es losgehen. Es wird eine Aufnahme nach der anderen erstellt, wobei der Nodalpunktadapter zwischen den Bildern jeweils um die entsprechende Gradzahl weitergedreht wird. Hat man sich einmal im Kreis gedreht, so ist ein Bild nach oben (Zenith) und mindestens eins nach unten (Nadir) noch fällig. Ich nehme zudem immer noch ein Nadirbild aus der Hand auf ohne Stativ, denn das will man am Ende ja nicht mit auf dem Bild haben. Das letzte Bild aus der Hand wird man nicht so 100% positionieren können, was aber kein Problem ist, da PTGui die sog. Viewpoint-Funktion besitzt, die das Bild entsprechend einpasst. Zur Viewpoint-Funktion habe ich schon einmal ein eigenen Tutorial geschrieben .

Scheint die Sonne stark, so solltet Ihr bei der Aufnahme auch auf die Schatten am Boden achten. Besonders Euer eigener Schatten kann ganz schön nerven beim späteren Stitching der Einzelbilder.

Hier mal ein Satz Ausgangsbilder, die ich für dieses Tutorial verwendet habe.

thumbs Gastartikel: Die Welt der kleinen Planeten   Teil II

Wie Ihr seht, habe ich mich dort selbst mit auf den Bildern drauf und zusätzlich auch noch einige hässliche Schatten. Diese lassen sich mit sog. Alphamasken und späteren Wegstempeln in Photoshop entfernen. Dieser Arbeitsschritt ist jedoch ein Artikel für sich. Wie das mit den Alphamasken geht, könnt Ihr in dem oben genannten Tutorial nachlesen.

3. Das Stitching

Sind die Aufnahmen erstellt und auf dem Rechner, geht es an das Stitching. Dabei werden alle Bilder in PTGui geladen und dort zu einem Gesamtbild zusammengesetzt. PTGui macht dabei das meiste vollautomatisch. Es werden sog. Kontrollpunkte generiert, anhand derer die Schnittstellen zwischen den Bildern genau übereinander gelegt werden. Wenn man sich bei der Aufnahme Mühe gegeben hat, dann passen die Bilder meistens schon nach dem ersten Durchlauf mit PTGui perfekt zusammen und man sieht keine Schnittstelle mehr.

Hier ein Screenshot, in dem man die vorbereiteten Bilder mit den Alphamasken in PTGui geladen sieht.

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Manchmal klappt das jedoch nicht so gut und man muss Kontrollpunkte von Hand setzen. Dabei markiert man einfach gleiche Stellen in benachbarten Bildern, die PTGui dann später genau übereinander legen muss. Je mehr Mühe man sich bei den Kontrollpunkten gibt, umso besser das Ergebnis. In der Vorschau kann man meistens schon erahnen, ob das Ergebnis gut ist oder nicht. Ich lasse mir jedoch meistens zwischendurch ein Panorama in niedrigerer Auflösung erzeugen, um die Qualität abschätzen zu können.

Dieser Screenshot zeigt den Controlpoint-Editor von PTGui

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Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Panoramen mit vielen Linien problematisch sind und manchmal ganz gut rumzicken. In dem Beispiel ist z.B. die obere Kante von dem Fähranleger-Schild etwas wiederspenstig gewesen, ebenso wie die Bretter auf dem Boden. Da musste ich dann doch noch einige Kontrollpunkte manuell nachsetzen, bevor das Ergebnis passte.
Ist man mit dem Stitching zufrieden, geht es an die Ausgabe.

4. Die Ausgabe

Der häufigste Fall ist bei mir die Erzeugung eines Kugelpanoramas. Wie das aussieht, könnt Ihr am folgenden Bild sehen.

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Dieses Bild wird dann in den KRPano-Player geladen und dort mit Hilfe von Flash zu einem interaktiven Panorama umgewandelt, in dem man dann mit der Maus navigieren kann. Das Ergebnis könnt Ihr sehen, wenn Ihr auf das Bild oben klickt.

Um daraus nun einen kleinen Planeten zu erzeugen, geht man einfach wieder in PTGui und wählt dort als Ausgabeart “Little Planet Stereographic”, und schon wird das Bild anders projiziert und man hat den gewünschten Effekt. Einfach, oder? Zumindest wenn man die ganze Vorarbeit erledigt hat, und deshalb nenne ich es auch eher ein Abfallprodukt.

Mit diesem Vorgehen könnt Ihr die perfekten kleinen Planeten schaffen. Birgit hatte auch bereits beschrieben, wie man mit Photoshop Planetenbilder aus einem ganz normalen Panorama erzeugen kann. Dabei besteht jedoch das Problem, dass man es irgendwie hinbekommen muss, dass die linke Bildkante zur rechten passt, wenn diese sich treffen. Außerdem kann man mit einem echten 360°-Panorama viel spektakulärere Planeten erzeugen, da es nun mal ein richtiger Rundumblick ist.

Klar liegt der Teufel bei der Panoramafotografie im Detail. Ich bin an manchem Bild schon verzweifelt und habe nach einigen Stunden noch immer Fehler im Stitching entdeckt. Leider ist diese Art der Fotografie auch recht ausrüstungsintensiv, was manch einen abschreckend dürfte. Wer jedoch damit anfängt, kommt nicht mehr davon los.

In diesem Sinne freue ich mich auf Eure Fragen in den Kommentaren und hoffe dem ein oder anderen Mut gemacht zu haben, sich mit dieser Art der Fotografie zu beschäftigen.

Viele Grüße
Patrick

Ganz herzlichen Dank dir, Patrick! Dieser Gastartikel ist viel genialer, als ich zu träumen gewagt habe!

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