Dies ist ein Gastbeitrag von Markus aka Coopictures.
8 Stunden, 5 Tage die Woche schiebe ich Pixel herum oder öffne und schließe Tags. Finde ich mal Zeit, um an die frische Luft zu kommen, laufe ich mit Freunden Parkour oder gehe Fotografieren. Bei Facebook oder Twitter findet man mich auch, ansonsten hinterlasse ich noch digitale Spuren auf meinem Blog.
Heute möchte ich gerne eine Art, oder besser gesagt: eine Motiv-Art vorstellen, welche etwas speziell ist. Und zwar das Fotografieren von hinten.
Alles begann im letzten Jahr. Ich war mit meinem Bruder, seiner Freundin und ihrem Bruder im Urlaub, und zwar in Polen. Ja, da kann man ganz günstig und gut Urlaub machen. Wir waren jeden Tag unterwegs und irgendwann, ich glaub das war der dritte oder vierte Tag, da sah ich ‘es’.
Wir sind soeben mit einem der Busse in unser “Dorf” gefahren. Als wir ausstiegen, hielt ich die Kamera immer noch in meiner Hand. Der Himmel färbte sich leicht orange und der fast perfekte Sonnen-Untergang an der Ostsee war geboren. Wir liefen weiter, bis wir etwa die Hälfte des Heimweges hinter uns gebracht hatten. Dort wechselten wir die Straßenseite. Ich schaute verträumt der Sonne hinterher, wie sie langsam im Meer zu versinken zu drohte. Ein kurzer Blick wieder auf die andere Straßenseite ließ mein Herz rasen, meine Finger wurden schwitzig und ganz intuitiv schaltete ich meine Kamera ein. Warum auch immer, ich weiß es bis heute nicht, schaltete ich auch auf “monochrom” (was ich einige Wochen später bereute), schaute durch meinen Sucher und eine Gänsehaut machte sich über meinen Körper breit.
Ich überlegte nicht lange, wie der Bildausschnitt sein sollte. Alles lief aalglatt. 1, 2, 3 Fotos, ich musste grinsen und lief wieder zu meinem Bruder & Co. Schaltete die Kamera aus und war innerlich zufrieden. Es war der Moment, es war meines Erachten alles perfekt, nichts gekünstelt oder gestellt. Der Moment war einfach da.
Raus kam dabei mein Bild 2009.

Immer wieder, wenn ich mir das Bild ansah, war es einfach wunderbar. Erst einige Monate später hab ich zusätzlich verstanden, was es für mich heißt, von hinten zu fotografieren. Es ist an sich egal, wie jemand von vorne ausschaut. Die Wirkung von hinten ist immer anders und nicht von Schönheit, Größe oder Ausstrahlung abhängig. Wobei die Bilder eine andere Art von Ausstrahlung bekommen. Viel wichtiger ist die Handlung der Menschen, das Wesentliche, Licht, Schatten – das sind alles Instrumente meiner Arbeit. Im letzten Jahr bis jetzt hab ich das eine oder andere Foto von hinten gemacht.


Die meisten Fotos habe ich für meine Bewerbungsmappe gemacht. Ich hatte vor, Fotografie zu studieren. Da man dort Themen- oder besser gesagt “Reihen-Fotos” abgegeben sollte – also Fotos, die irgendwo eine Gemeinsamkeit aufweisen – entschied ich mich dafür, noch mehr Fotos von hinten zu machen.


Ich hab auch versucht einige Bilder nachzustellen, doch die meisten wurden nie so gut wie mein “erstes Foto” – bis vor ein paar Wochen. Wieder ein Spontanshot und wieder lief alles, wie es sein musste, doch leider wurde das Foto dieses Mal etwas unscharf und es war nicht möglich, weitere Bilder zu machen.

Die meisten nachgestellten Fotos machte ich von meiner Freundin oder von meinem Bruder und seiner Freundin. Menschen direkt von hinten zu fotografieren ist oft nicht leicht, da man den passenden Moment abwarten muss.
Etwas erinnert es mich immer an die schöne Straßen-Fotografie… dort hat man auch selten Einfluss auf sein Motiv. Vielleicht reizt es mich deswegen.





























































RSS
Facebook
