Soso, 6 Tage war sie also in New York. Und jetzt will sie darüber ein paar Posts schreiben. Na dann soll sie mal vorne anfangen…
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New York

“The big apple” oder “the city, that never sleeps” ist mit über 8 Mio. Einwohnern die größte Stadt der USA. Sie besteht aus den fünf Stadtbezirken (Boroughs) Manhattan, The Bronx, Queens, Brooklyn und Staten Island. Mehr Informationen findet ihr auf Wikipedia, die muss ich ja nicht alle abtippen
Wie war’s denn?
Zwei Haupteindrücke habe ich mitgenommen: “Bunt und viel” - und too hot. Der Juli ist wohl nicht die ideale Reisezeit, wir sind eingeganzgen. Gleichzeitig gibt es so viel zu sehen, so viel zu entdecken, dass man im Endeffekt nur an der Oberfläche kratzen kann. Information-Overflow. Das war einerseits sehr beeindruckend, impressive, gigantisch. Andererseits aber auch einfach zu viel.
Mehrere Bekannte/Freunde, die schon in NY waren, sind der Stadt verfallen. Auf die Gefahr hin, dass ich für diese Aussage gevierteilt werde: Nö, ich bin’s nicht. Ich muss da so schnell nicht wieder hin. Es war klasse, keine Frage. Beeindruckend. Immens. Aber einfach ZU viel. Ein wenig kleiner, beschaulicher ist mir lieber.
Erfahrungen und Überlebenstipps
Ich erspar mir mal die üblichen Hinweise zu Trinkgeld oder typischen Sehenswürdigkeiten, die bitte im Reiseführer nachlesen. Hier kommen meine persönlichen Erfahrungen, auf die mich keiner vorbereitet hat.
Die New Yorker sind schon ein eigener Schlag. Höflichkeit wird groß geschrieben. Als ich mal am ersten Tag unbedarft wen im Hotel nach dem Weg fragte und statt “excuse me please” nur “excuse me” sagte – er hat mich nicht angesehen. Einfach ignoriert. Höflichkeit wird erwartet. Selbst wenn ich im Weg stehe, so mitten im Weg, sich wer vorbeizwängt und mich dabei streift, entschuldigt er sich dafür. Gleichzeitig hast du aber manchmal das Gefühl, dass diese Höflichkeit einfach eine leere Blase ist. Wie oft haben mich Verkäufer mit “how do you do” begrüßt, um sich sofort wegzudrehen und mir das Gefühl zu geben, dass ein Gegengruß eh nur an der Wand abprallen würde? – Einfachste Taktik: Freundlich sein und sich über nix wundern oder es sich gar zu Herzen nehmen.
Die Verkehrsmittel sind schon klasse. Taxi ranwinken geht super, nach max. 20 sec. hat immer eins den Blinker gesetzt, um zu uns zu kommen. Dazu muss man wissen, dass nur etwa 30% der New Yorker überhaupt ein eigenes Auto haben. Entsprechend besteht der Straßenverkehr zu einem immensen Anteil aus Taxen. Die sind übrigens auch finanzierbar, eine Fahrt im näheren Umkreis (z.B. Central Park bis Times Square) liegt bei 8 bis 12 Dollar (+10% Trinkgeld). Für weitere Strecken sei die U-Bahn empfohlen. Für eine Fahrt innerhalb von Manhattan haben wir pro Person 2,x Dollar bezahlt. Und die Fahrt geht schnell. Dafür ist es in den Schächten brütend heiß, in der Bahn selbst hingegen übelst kalt.
Wo wir grad von Kälte und Hitze sprechen… Liebe Amerikaner, mit eurem Hitzeempfinden ist was nicht in Ordnung. Draußen 40°, aber kaum kommt man in ein Geschäft/Restaurant/Hotel/Museum, stößt man gegen eine Kältewand. Alles wird runtergekühlt, ich schätze mal auf ca. 15°. Und die laufen da alle im T-Shirt und Rock/kurzer Hose rum. Im Supermarkt noch verständlich, aber im Museum, wo man über Stunden ist? Also wir hatten immer einen Plover dabei und haben ihn auch regelmäßig gebraucht. Und ein Tuch für den Hals, weil Klimaanlagen machen gut Wind, und nen steifer Nacken muss ja nicht sein.
Was mich sehr beeindruckt hat, war die Menschenvielfalt in New York. Es gab Menschen aller Kontinente, und alle gehörten dazu. Eine friedliche, entspannte und vorurteilsfreie Stimmung, wie ich es mir hier leider nicht vorstellen kann. Das hat mir sehr gut gefallen. Ich habe mich auch nie irgendwie unwohl gefühlt (außer bei oben erwähntem Typen, der mich ignoriert hat). Ok, ich bin auch nicht nachts in den Central Park gegangen, das sollte man nämlich nicht machen
Tipps speziell für Fotografen
Ein ganz wichtiges Thema ist natürlich das Recht der Fotografen. So wie ich das verstanden habe, darf man von öffentlichem Grund aus erstmal alles ungefragt fotografieren – auch Menschen. Für jeden Streetfotografen das Paradies. Aber da ich hier keine Rechtstipps geben möchte, empfehle ich euch dieses pdf zum Fotorecht in den USA.
Welche Ausrüstung braucht man? Ich würde ein Zoom-Objektiv vorschlagen. In meinem Fall war es das 18-200, das hat ne Menge abgedeckt. Von Weitwinkel bis richtig Zoom hab ich alles oft genug gebraucht. Mit Festbrennweite kommt man da nicht weit… Nur im Museum hatte ich das 50er wegen der Lichtstärke mit. Das hat mir zwar einige Fotos unmöglich gemacht, aber die, die ich gemacht hab, sind farblich toll.
Übrigens, mein GPS-Tracker hat in den USA keinen Empfang gehabt (genauso wie der Funkwecker).
Ach ja, Speicherkarten werdet ihr brauchen. An jeder Ecke lauert ein Motiv, und zwischen den Ecken sind noch mehr. Es ist grausam. Ich hab es in 6 Tagen auf 1.300 Fotos gebracht, die mittlerweile aber auf 673 runtergelöscht. Immer noch zu viel. Darum würde ich tendenziell sogar dazu raten, eher vorsichtig und bedacht zu fotografieren. Aber wenn man wenig Zeit hat, hält man halt erstmal drauf… wer weiß, wann man nochmal die Chance hat. Ja, ich spreche aus Erfahrung
Das Fotografieren ist übrigens deutlich entspannter, wenn man vor der Reise eine Fotoversicherung abgeschlossen hat. Wer mich kennt, weiß, dass ich das Lesen von Tests + Erfahrungsberichten hasse. Trotzdem hab ich es mir angetan und meine ganze Ausrüstung (bis auf ein altes Objektiv) versichert. Samt Laptop. So konnte ich den zur Datensicherung mitnehmen, hätt ich mich sonst nie getraut. Ist schon ein gutes Gefühl, gleich von allen Bildern ne Kopie zu haben…
Dazu muss ich sagen, dass die gefühlte Sicherheit in NY sehr hoch ist. Auf der Straße hab ich mich absolut sicher gefühlt. Die Polizei zeigt auch gut Präsenz. Hier und da sperrt sie auch mal einfach ne Straße ab, denn, so unser Taxifahrer: “They need to prove they are working”
Lediglich in der U-Bahn hab ich mich ein wenig unwohl gefühlt, was aber wegen der schlichten Menschenmenge in der Bahn und der Angst vor Taschendiebstahl war. Da wäre es mir in München oder Hamburg nicht anders ergangen. Nur in Chinatown die U-Bahn-Station war schon ein wenig heruntergekommen und sehr schmal gebaut. Das war nicht ganz so schön.