Gastbeitrag: Die verpasste Gelegenheit

Von einem Erlebnis, wie es sicher viele von uns (so oder so ähnlich) kennen, erzählt uns heute Aki.

Aki kann stundenlang schöne Fotos angucken. Früher hat sie eine Zeit lang intensiv fotografiert, bis sie merkte, dass sie vor lauter Motivsuche nichts anderes mehr wahrnahm.

Gerne hätte ich die Gelegenheit wahrgenommen, auf bees Website mein schönstes Foto vorzustellen. Leider habe ich keines, das zeigenswert ist. Vielleicht wäre es das Foto gewesen, das ich leider nicht gemacht habe.

Ich habe mich an die verpasste Chance erinnert, als ich den Beitrag von Markus gelesen habe. Er beschreibt sein Gefühl, das ihn überkam, als er die Frau auf der Bank von hinten sah. So ähnlich erging es mir auch einmal vor langer Zeit auf einer Reise im damaligen Jugoslawien.

An einem frühen Morgen sah ich auf einer Bank von hinten fünf oder sechs Jugendliche sitzen. Sie hatten wahrscheinlich die Nacht durchgefeiert und schliefen jetzt. Das Tolle an der Szene war, dass jeder bis auf einen den Kopf auf die Schulter des Nachbarn gelegt hatte und das Ganze wie ein Kunstwerk aussah, da es eine harmonische Symmetrie darstellte, total schön. Ich war sofort gebannt von dem Anblick, hatte aber Hemmungen zu fotografieren. Nach einer zu langen Bedenkpause nahm ich ganz leise meinen Fotoapparat und stellte ihn ein. In dem Moment wurde einer der Schlafenden wach, hob seinen Kopf, die anderen folgten, und der Charme war gebrochen.

Vielleicht hat bee ein Foto, der solch einen faszinierenden Augenblick festgehalten hat, oder jemand sendet es mit seinem Kommentar. Ich bin gespannt.

6 Kommentare


  • Guten Morgen

    Ich kenne solche Situationen etwas anders. Bei mir ist das meist so, dass ich unterwegs haufenweise gute Motive sehe, meine Kamera aber nicht dabei habe. Nehme ich sie dann mit, bekomme ich eine Blockade und sehe nichts mehr. Da kann man aggressiv werden.

    Einen schönen Tag wünsche ich.

    10. August 2010
  • Ich weiß was Du meinst, man kommt sich wie ein Spanner oder Paparazi vor. Ich fotografiere solche Szene meist heimlich, das klappt aber nur mit dem iPhone…
    Das sind dann vielleicht nicht die qualitativen Bilder, aber das Motiv stimmt… :up:

    10. August 2010
  • Auch ich denke immer wieder, dass ich wenn ich meine kamera nicht dabei habe da ein oder andere Foto verpasse… wobei ich mich dabei vemrutlich kaum drüber ärger.

    Mehr ärger ich mich darüber, dass ich Dinge liebe mit der Kamera genieße. Der Reiz bei einem Feuerwerk ein schönes Foto zu machen ist momentan recht groß, so dass ich es in seiner reinen form kaum genießen kann. Für mich ist die Kamera da mein zweites Auge. Ich bin sicher dass ich da aufpassen muss. Aber die Kamera deshalb ganz vergessen will ich nicht. Sie ist momentan mein liebstes Hobby und Zeitvertreib, wenn mein Schatz mal wieder für sein Zweitstudium lernen muss und ich meine Zeit allein verbingen muss.

    10. August 2010
  • Oh ja… das kenne ich auch, aber bei mir ist das ähnlich wie bei “boppat” das ich das motiv meist verpasse da ich die kamera nicht dabei habe… aber das hab ich mir abgewöhnt und habe sie zb jeden tag immer mit zur arbeit genommen.

    Irgendwann kamm der Moment wieder, es hat gedauert… da man zeitweise “zwanghaft” nach DEM motiv sucht… doch das gibt es nicht… es sollte einfach passieren…

    @aki ich hoffe du hast es dennoch nicht ganz sein gelassen zu fotografieren…

    lg

    markus

    11. August 2010
  • bee

    @Ivi: Genau das beobachte ich bei mir auch seit langem. Andererseits, was ist falsch daran, den Moment auf die Art zu genießen, wie man ihn am besten genießt? Mal mit dem Liebsten, mal mit der Kamera?

    15. August 2010
  • aki

    Markus: Danke für deine Nachfrage!Ich fotografiere nur noch sehr selten. Für den richtigen Augenblick habe ich , glaube ich, wohl das Gespür, aber auf Dauer muss man doch sehr viel mehr beherrschen. Und dafür bin ich zu träge oder auch zu wenig begabt. Das macht aber nichts, es gibt ja genug andere, deren Fotos ich genießen kann.

    17. August 2010

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