Fluchtgedanken ohne Lerneffekt. Aber die Kekse waren gut.
- am 27. February 2010
- von bee
- in Reportagen/Berichte
23
Heute habe ich 9 h meines Lebens in einer Fortbildung verbracht, an der das einzige „fort“ mein Fluchtinstinkt war…
Also, das Thema war „Wettbewerbsjurierung“. Denn das will gelernt sein. Hab ich schon, vor 2 Jahren, aber dachte mir, eine Auffrischung könnte net schaden. Darum saß ich heute in diesem Seminar mit<Referentenname>. Und wünschte mich woanders hin (und meine 30 Euro zurück).
Eigentlich fing alles gut an. Theorieteil mit einigen guten Ansätzen – hab fleißig mitgeschrieben und einiges für euch mitgenommen. Irgendwann ab ca. halb 11 fing es dann an, sich zu wiederholen. Struktur ist ein Fremdwort, und Wiederholung festigt ja den Lerneffekt. Nebenbei haben wir noch ein wenig errechnet, welche Schärfentiefe wir mit verschiedenen Objektiven und Brennweiten haben. Wichtig, um zu jurieren.
Nach dem Highlight des Tages, der Pizza, ging es in den Praxisteil. Über mehrere Stunden erläuterte er uns anhand seiner Bilder, weshalb diese alle richtig gut sind. Jede Kritik – auch in Form von 7 Punkten (=schon deutlich überm Durchschnitt) – wurde mit „dieses Bild hat den internationalen xy-Wettbewerb gewonnen“ großherzig ignoriert. Ebenso wie die Tatsache, dass wir mit 5 Mann um ihn herum standen und kritisierten, dass ein Bild a) schief und b) viel zu kleinteilig sei. Aber kein Wunder, ich würde auch net auf Laien hören. Sowieso gilt das Argument „zu dunkel“ nicht, weil die Bilder vor 20 Jahren per Hand im Labor selbst so entwickelt worden sind und man das damals halt so machte.
Gut, dass er uns anfangs auf seine Kritikfähigkeit hingewiesen hat.
Irgendwann war dann jemand so nett und hat durchgesetzt, dass wir mal selbst üben, und zwar anhand unserer Bilder – also auf unserem Niveau. Der Teil war ok, auch wenn ich net alles mitbekommen habe, weil ich ignoranterweise losgezogen bin, um bei der Tanke Nervennahrung zu kaufen. Anschließend habe ich Kekse essend diesen Blogbeitrag geschrieben, dann gab’s Teilnahmeurkunden und dann fuhren wir heim – die letzten Sonnenstrahlen des Tages genießend.
Dieser Post ist meine ganz persönliche Meinung. Wobei die Leute neben mir beim Schreiben mitlasen und mich erinnerten, wenn ich was zu erwähnen vergessen hatte.
Foto oben: vormittags. Foto unten: Puffel und ich nutzen die Zeit und dösen. Ok, das ist gestellt
Auf intensiven Wunsch eines Teilnehmers habe ich beide Bilder entfernt sowie den Referentennamen gelöscht.




Steve
Sehr püntlich muss ich sagen, 5 min. vor dreiviertel sieben und schon alles online….weiter so.
Und viel erfolg mit der umsetzung der fotogruppe-homepage.
bis bald….ciao
Manu
Ui – da hattest du ja nen super-Samstag !!!
Du Arme – aber tröste dich – es kann nur besser werden !!!
Jana
Ich verstehe gerade überhaupt nicht den Ansatz des Seminars. Ging es wirklich darum, zu erlernen wie man ein Fotowettbewerb-Juror wird?
bee
genau
Wir haben in der Fotogruppe interne Wettbewerbe, die werden von befreundeten Fotogruppen juriert. Umgekehrt jurieren die uns. Damit da der Ansatz einer Objektivität reinkommt, gibt es da Kriterien, auf die man achten muss.
Jana
Interessant was alles so gibt, davon habe ich noch nie gehört. Ich war bisher der Meinung, wenn man Juror sein möchte, dass man zumindest eine fotografische Ausbildung oder ganz viel praktische Erfahrung haben sollte. Das man sich die Erfahrung in 9h holen kann…
bee
Wir sind ja alle Hobbyfotografen, eine Fotoausbildung hat glaub ich keiner. Das Thema ist auf jeden Fall interessant, muss die Aufzeichnungen noch etwas sortieren, aber dann werd ich mal ne kleine Serie darüber schreiben. Ist sicher auch hilfreich, wenn man mal selbst im Netz irgendeinen Wettbewerb jurieren darf.
Ralph
Irgendwie graut’s mir jetzt, vor unserem ersten Fotowettbewerb dieses Jahr. Wenn ich mir vorstelle, was für Bilder hochrangige Wettbewerbe gewonnen haben und dann an meine Bilder denke – o weh.
bee
Hihi vor dem Hintergrund sind wir doch alle gleich schlecht
Ralph
Jo, hast wahrscheinlich recht …
Ralf
Ging wirklich schnell der Eintrag, Kompliment
Welche Nervennahrung hast du denn gekauft? Denn die Kekse können es ja nicht gewesen sein, die hast du uns weggegessen! 

Hoffentlich bekommst du das PHP-Problem in den Griff, so dass die HP bald starten kann.
CU
bee
Na Martin hatte mir gesagt, es gäbe keine Kekse mehr. Darum sind wir zur Tanke. Und kaum hatte ich auf dem Rückweg mein 3fach-Bounty verdrückt und kam zurück, standen wieder Kekse auf dem Tisch. Martin, du hast nur gewartet, dass ich weg war, gib’s zu!
niko
Mein aufrichtiges Mitgefühl – ich glaube, ich wäre spätestens nach dem Mittagessen nach Hause gegangen, zur Not zu Fuß, zum Frustabbau. Vielleicht nimmst du in Zukunft grundsätzlich deinen Laptop mit bearbeitest deine Bilder weiter.
aki
So geht es mir manchmal bei Fortbildungen auch. Komme nach Hause und bin genauso klug wie vorher. C´est la vie!
sushisu
Super Birgit,
das erste Foto könntest Du sicher auch als Dokumentarfotografie zu einem Wettbewerb mit Herrn Majer als Juror einreichen. Auf dem Clip-Cart kann man ganz genau so viel erkennen wie direkt vor Ort und damit gäbe es von ihm schon mal fette 10 Punkte.
Gut, daß sich Martin so engagiert um die Kaffeemaschinen gekümmert hat.
Gute Nacht. Silke
Sebastian
Es gab Kekse? Warum beschwerst du dich?
Geri
naja, jetzt weißt du zumindest wie du in zukunft SEINE bilder zu bewerten hast – war das nicht der eigenliche grund dieses seminars…?
Carsten
Mein Beileid, erinnert mich ein wenig an einige Seminare hier an der FH, an denen ich teilgenommen habe, meistens hab ich meine Abreise schon zur Mittagspause geplant, da ich mir zum Beispiel Rollenspiele bei “Ergebnisorientierter Gesprächsführung” nicht geben muß.
Das coolste Seminar hier an der FH war ein über das Semester verteiltes Seminar von Harald Mante zum Thema Fotografie, da bin ich sogar hingegangen, wenn morgens die Vorlesungen ausfallen mußten (wegen echter Krankheit, oder chronischer Unlust)
Bettina
bee
Ich hab lange überlegt, ob ich Herrn Majer verlinken soll. Habe mich jetzt dafür entschieden. Über Google findet man ihn eh, und so könnt ihr euch seine Bilder mal ansehn.
Versteht mich nicht falsch, ich finde einige seiner Bilder gut, ein 10-Punkte-Kandidat ist da für mich auch dabei (aber net auf der verlinkten Seite). Andere Bilder find ich aber höchstens durchschnittlich. Die Sache mit “kocht auch nur mit Wasser”…
Bin mal gespannt, ob ihr dazu noch was schreibt, was ihr davon haltet.
Jana
Jetzt musste ich mir doch mal den Link anschauen. Das Problem ist nicht die Qualität seiner Bilder (einige sind wirklich außerordentlich gut), sondern die Art seiner Präsentation im Netz, die sehr überholungsbedürftig ist. Habe schon lange kein 90er Screendesign mehr gesehen
, von der Bildgröße der Fotos mit wunderschönen Komprimierungs-Artefakten mal abgesehen. Und das ist das was mich am meisten wundert. Wenn ich als Dozent durch die Lande ziehe, das meine Visitenkarte im Netz nicht gepflegt ist.
sushisu
Für mich stand bei dem Seminar seine Arbeit als Fotograf gar nicht im Vordergrund. Er hatte einige wirklich gute Bilder dabei. Auch als Juror mag er Klasse sein. (die HP ist vernachlässigbar, das ist die Präsentationsseite des Fotoclubs. Die sind nicht so ganz auf der Höhe…)
Aber sein Vortrag war so unstrukturiert. Vormittags nur zum Thema Bildgestaltung, Bildaussage, Bildtechnik, aber fast ohne Bezug zum eigentlichen Thema. Wie leicht wäre es gewesen anhand von ein paar Fotos das über den Beamer zu demonstrieren. Die Art des Vortrags an sich fand ich schlecht vorbereitet. Er hatte fix ein paar Bilder eingepackt, die Stichpunkte zum Vortrag hat er entwerder noch von vorherigen Vorträgen oder aber Abends im Hotel geschrieben. Keinerlei Präsentationstechnik, Verdeutlichung der theoretischen Teile durch Beispielbilder.
Seine Bildjurierungslehrversuche anhand seiner eigenen Bilder waren allesamt indiskutabel.
Claus van Acken
Bitte zu bedenken, dass Hr. Majer die Vorträge nicht macht, um seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Das ist mehr als “von Verein für Verein” einzuschätzen, da kann man nur bedingt professionelle Ansprüche hegen.
Ja, auch ich hätte bei dem schönen Wetter evtl. das ganze kompakter und strukturierter bevorzugt und mit weniger 80er-Jahre-Bildern.
Für mich als Nichtwisser war es aber schon interessant, mal die Ansätze für “faire” Bewertungen zu hören und die Werkzeuge (Auflegen vs. Zeigen, Ausscheiden vs. Punkten) aufgezeigt zu bekommen. Und das hat er mit seinem österreichischen, sehr warmherzigen Stil und Dialekt doch recht gut gemacht.
Die Bilanz, dass es mit der Objektivität einer Bewertung nur begrenzt weit her ist und da von Mode über Stand der Technik bis zum persönlichen Geschmack/Hintergrund (hab’ ich schon 1000mal gesehen: Stupa) allerhand reinspielt war dann doch etwartungskonform.
Fazit: Ich fand’s auch zu lang, aber net so schlecht. Schlimmer geht immer.
Hätte mir mehr Tips für eigene Wettbewerbsteilnahmen erhofft, aber dafür gibt’s ja die Fotogruppe selbst.
aki
Ich fand das zweite Foto richtig witzig. Ihr habt euren Frust mit Humor hingenommen, das ist erfrischend. Und auf dem ersten Bild konnte man sowieso nichts genau erkennen.