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Teilnehmer oder Betrachter?

0808 handy Teilnehmer oder Betrachter?

Es kennt sicher jeder den Witz:

Nach einem vierwöchigen Afrikaurlaub wird der Familienvater gefragt: “Und, was habt ihr alles für Tiere gesehen?” “Moment, ich schau mal eben in unser Fotoalbum.”

Wir Fotografen stehen öfters vor dem Dilemma, dass wir uns entscheiden müssen: für das Fotografieren oder für das Teilnehmen. Im Urlaub oder auf Ausflügen, auf Neujahrs- oder Geburtstagspartys, überall gilt: Man kann nicht beides zur gleichen Zeit. Entweder man macht Fotos, konzentriert sich darauf, den Augenblick festzuhalten, den richtigen Blickwinkel zu finden und das repräsentativste Motiv. Oder man lässt die Kamera Kamera sein und ist einfach “drin”. Macht vielleicht ein paar Schnappschüsse, aber nicht mehr.

Empfindet ihr auch so?

Zum Foto:
Ich war am Wochenende in Kassel und habe mir unter anderem eine riesige beleuchtete Wasserfontäne angesehen (das Helle im Hintergrund ist sie). Die Jungs auf dem Foto haben beide das Wasser fotografiert und dann geschaut, wie der andre es wohl hinbekommen hat mit dem Fotografieren.

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12 Kommentare

Ab und zu empfinde ich auch so, aber oft ist es auch anders: Dann bin ich durch’s Fotografieren noch tiefer “drin” und habe gleichzeitig die Möglichkeit, diese besonderen Momente auch festzuhalten. Es ist aber mal so und mal anders. Keine Ahnung woran das liegt!?

Zum Bild: Die Silhouetten sind super. Die Wasserfontäne und die bunten Displays sind einfach super. Wirklich sehr gut hinbekommen!

Super Foto! Kommt wirklich klasse und ich wünschte, ich wäre auch da gewesen, wo ich doch so ein Lichtspiel-Liebhaber bin…
Ich bin jemand, der sehr schnell wahrnehmen und speichern kann. Wenn ich also irgendwo bin, kann ich mich sehr gut auf beides konzentrieren. Wenn allerdings zu viel Menschen um mich herum sind, dann verkrümel ich mich dann lieber hinter meine Kamera. Da bin ich dann für mich…

Klasse, das Bild ist Dir wirklich sehr gut gelungen. Schönes Licht im Hintergrund, besonders gefällt mir jedoch das Leuchten der Handies.

@Besim: Dankeschön :) Wenn ich wirklich zum Fotografieren unterwegs bin, etwa mit der Fotogruppe, habe ich auch dieses Gefühl, dass ich intensiv erlebe UND fotografiere. Ansonsten aber eher nicht.
Macht es bei dir einen Unterschied, ob du mit Fotografen oder Nicht-Fotografen zusammen bist?

@Sascha: Es war schon ein Erlebnis, die Fontäne war geschätzte 10 Meter hoch. Und leuchtete. Allerdings war ich nach 10 Minuten etwas abgestumpft, und “mehr” ist nicht passiert…
Wenn du dich verkrümelst, ist das eher auf großen anonymen Partys oder auf dem Familientreffen? ;)

@Frank: Ja, mir gefällt es auch sehr gut. Eigentlich hatte ich schon alle Bilder gemacht, Kamera schon halb weggepackt – da sah ich die beiden. Und dann grad den richtigen Moment erwischt… Glück gehabt.

das foto ist dir irre gut gelungen, super gemacht!

ja, dieses dilemma kenne ich nur zu gut. und ich bin halt im normalfall der klassische mittendrin mensch. deswegen fotografiere ich meistens dinge und keine menschen. wenn ich unter leuten bin hab ich einerseits nicht die ruhe und andererseits auch nicht die muße, der zuschauer zu sein.
war aber immer unbewusst. interessant, mal drüber nachgedacht zu haben (=

danke übrigens auch für deine lieben worte zu meiner tunnelserie.
das war irgendwie reine glückssache und total ungeplant. aber ich hab die kamera auf der seite unter dem fenster etwas abstellen und meine hand abstützen können. die anderen 3 bilder sind eh ganz verwackelt +g+ aber so gings eigentlich erstaunlich gut. habe auch ‘nur’ 1 sec belichtet – war also nicht so schlimm…

viele grüße,
paleica

Manchmal sieht man aber auch *mehr*, gerade weil man auf der Suche nach dem Motiv ist!

@Paleica: Und wenn du auf dem Familienspaziergang einen herrlich verrosteten Müllcontainer siehst, der da vielleicht schon morgen nicht mehr steht? ;)
@Tobi: Ja, das stimmt. Seit ich (wieder) fotografiere, betrachte ich die Welt genauer. Mir fallen Details auf, die andere nicht sehen, Farben, Formen…

Man kann eigentlich recht gut beides tun. Nicht zu 100% – klar, aber dennoch.
Einfach teilnehmen und gelegentlich mal ein Foto machen, das geht schon.

Dann fällt man bei größeren Veranstaltungen auch nicht so als Fotograf auf, was oft hilfreich ist :-)

@bee
Ich verkrümel mich bei anonymen Partys und Familienfeiern. :)

ja das stimmt. hin und wieder gibts doch diese momente die ich im erleben gern festhalten will. aber meist klappt das nicht so wie wenn ich von vornherein beobachter bin.

bei so statischen dingen ist das allerdings was anderes. da ist ja nicht plötzlich das motiv weg oder so (= klar würd ich das da machen. sofern ich meine kamera dabeihab. wenn ich in ‘erleben’stimmung bin bleibt die nämlich meist zuhause…

Mir geht es auch so. Da ich aber auch ständig Angst um meine Kamera habe, entfällt das intensivere Teilnehmen an einem Geschehen für mich häufig alleine schon dadurch, dass ich mit einem Auge immer auf meine Tasche schiele und aufpasse, dass keiner dagegenläuft, was verschüttet etc. Trotzdem liebe ich es, hinterher das Geschehen durch schöne Fotos nochmal “erleben” zu können. Aber manchmal bleibt die Kamera auch einfach daheim.

@Bastian: Stimmt, beim ab-und-an-Fotografieren gehts mir auch so. Nur, wenn ich intensiver fotografieren möchte, geht es mir so wie oben beschrieben.
@Sascha: ;)
@Paleica: Wenn ich in “Erleben-Stimmung” bin, hab ich nur meine Handtaschenknipse dabei, die Quali ist dann nicht so gut, aber sie ist schnell.
@Sommerwolke: Geht mir genauso :) Wenn wir mit guten Freunden unterwegs sind, leg ich sie auch manchmal in die Mitte des Tisches und animiere die andren, auch mal zu fotografieren.

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