Buchcover-Gestaltung: viele Fotos, vier Linoldrucke und etwas Photoshop

Vielleicht erinnert ihr euch noch an diese Baumfotos?

Die sind vor einem guten Monat nicht aus Jux und Dollerei entstanden, sondern sollten die Basis für ein Buchcover bilden.

Im Rahmen des Studiums habe ich eine Buchserie gestaltet, in der ich meine Familiengeschichte dargestellt habe. Viele Überlieferungen, viele Fotos, viel Arbeit icon wink Buchcover Gestaltung: viele Fotos, vier Linoldrucke und etwas Photoshop

Dafür das passende Cover zu finden, das war nicht einfach. Ein Foto wollte ich nicht, weil ich niemanden in den Vordergrund stellen wollte. Eine Collage war mir zu kitschig. Rein mit Schrift? Hmm… Bis ich darauf kam, dass bei meinem Thema immer wieder Bäume vorkommen: Stammbaum, Abstammung, Sprössling, der nicht weit vom Stamm fallende Apfel… Und so war die Idee geboren, mit diesem Thema zu arbeiten.

Ich zog also los und machte viele Baumfotos. Die schob ich dann in Photoshop, erstellte eine Tontrennung und färbte die schwarzen Flächen grün. Sehr offensichtliche Farbwahl, aber für den ersten Eindruck super. Die Testmontagen auf ein Buch-Mockup (von Graphic Burger) sahen dann so aus:

mockup Buchcover Gestaltung: viele Fotos, vier Linoldrucke und etwas Photoshop

Fand ich super. Aber weil ich das Ganze nicht rein digital machen wollte, nutzte ich die Chance eines Druckworkshops. In Linolium schnitt ich vier meiner Motive (bzw. Ausschnitte, ich brauchte ja ein extremes Querformat, weil das Bild um das ganze Buch laufen sollte) und druckte sie.

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Blöderweise war die Idee in der Theorie gut, in der Praxis hat mir aber keins der Muster wirklich gefallen. Nichts kam an meine Photoshopmontagen heran. Hier mein Testausdruck – irgendwie hat das Cover einfach nicht funktioniert. Ich habe es auch in verschiedenen Farben ausprobiert, aber das war auch nix. Was in Graustufen nicht funktioniert, haben wir gelernt, funktioniert mit Farbe auch nicht. Stimmte hier absolut.

Bevor ich jetzt Schelte bekomme: Ich kann einfach am PC keine Fehler finden und so leid mir das Papier tut, ich geb meinen Text und meine Bücher nicht unkorrigiert in Druck.

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Und weil man als Designer oft genug hört: “Kill your darlings”, entschied ich mich gegen meine Linoldrucke. Stattdessen nahm ich mir noch mal die Fotos vor und bastelte in Photoshop aus mehreren Bildern das finale Titelbild. Das brachte ich auf jedem Buch etwas stärker versetzt an, so dass der Buchrücken ein durchgehendes Muster hat.

So sehen meine Bücher jetzt aus. Das unterste, unbeschriftete Buch ist die Dokumentation zum Projekt, die wir ebenfalls abgeben müssen. Rechts übrigens fertig verpackt für den Transport zur Uni. Fand ich atmosphärisch stimmiger als eine Plastiktüte.

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Die Tage werde ich die Bücher mal ordentlich fotografieren und euch dann ein wenig mehr zur Buchgestaltung erzählen und auch ein paar Seiten zeigen.

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Von 100 auf 0 – und plötzlich ist die große Deadline rum…

Vergangenen Mittwoch, 10 Uhr, war meine Deadline. Bis dahin musste mein Studienprojekt in Druck, damit ich es rechtzeitig zur Abgabe morgen erhalte. Die Nacht davor war kurz. Sehr kurz. Ich verstehe zwar immer noch nicht, wie man einen Tag und eine halbe Nacht lang immer wieder kleine Fehler finden und ausbessern kann, aber so war es.

140716 0183 Von 100 auf 0   und plötzlich ist die große Deadline rum...

Es war also Mittwoch und ich war total erledigt. Auf meinem Schreibtisch stapelten sich die leeren Energy-Dosen, keine Kaffeetasse war mehr sauber und schamvoll ging ich mit zwei Tüten leerer Fritz-Cola-Flaschen ins benachbarte Café und holte mir meinen Pfand wieder.

140716 0200 Von 100 auf 0   und plötzlich ist die große Deadline rum...

Zu meinem großen Glück war an diesem Abend das Sommergrillen meiner Bayreuther Fotogruppe. Als ich dort ankam, sah man mir eine gewisse … nennen wir es Überbeanspruchung … wohl an. Ich bekam einen Saft und wurde in einen Liegestuhl gelegt mit der dringenden Auflage, dort gefälligst zu bleiben und in den Himmel zu schauen. Was Besseres hätte mir nicht passieren können. Ich war so im Arbeitsmodus, ich weiß nicht, ob ich sonst an diesem Tag schon runtergekommen wäre.

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Seitdem sind ein paar Tage vergangen. Das Semester ist noch nicht rum und ich habe auch einiges an Zeug erledigt, aber mein Leben ist deutlich ruhiger geworden. Und ich genieße das in vollen Zügen. Im Bett liegenbleiben zu dürfen. Mal wieder was zu lesen – freiwillig. Und ein Fotoshooting habe ich auch schon gemacht.

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Diese Entschleunigung tut mir gerade so gut. Es wird noch etwas dauern, bis ich wieder tiefenerholt bin. Aber ab jetzt “arbeite” ich daran! Das heißt auch: Wieder Zeit zum Fotografieren, Bloggen und Bloglesen. Und ich freu mich schon darauf, euch von meinen Semesterprojekten zu erzählen.

Ein weiterer Schritt hin zur Entschleunigung ist, dass ich ab gleich eine Facebookpause mache. Keine Ahnung, wie lange – so lange, wie es mir eben guttut.

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