Gedanken zu meiner Fotografie: Warum fotografiere ich, wie ich fotografiere?

Als ich mich die Tage bei meiner Fotogruppe vorstellte, wollte ich nicht nur aktuelle Bilder zeigen. Sondern das, was für mich Fotografie bedeutet, worüber ich nachdenke, mit meinen Kollegen teilen. Hier sind meine Gedanken, frisch aus meinem Kopf gegossen. Unfertig, formbar und bereit zum Austausch mit euch!

Man kann doch nichts Neues schaffen

Vor ein paar Jahren überfiel mich dieser Gedanke. Destruktiv und hinterhältig stellte er den Wert meiner Arbeit in Frage. Bis ich ihn entlarvte. Natürlich, es gibt schon unzählige Baumfotos, Portraits und Architekturbilder. Doch das, was ich – und nur ich – hinzufügen kann, bin ich. Ich kann meine Gedanken und Ideen verwirklichen. Irgendwo auf der Welt wird es ein ähnliches Bild geben, aber dasselbe nie. Und wenn ich beim Fotografieren glücklich war, vielleicht etwas Neues gelernt oder eine Ansicht hinterfragt habe, ist das doch genug. Wenn ich andere Menschen mit diesen Fotos glücklich gemacht habe, ist das das schönste Geschenk, das ich machen kann.

Es hat etwas gedauert, aber jetzt weiß ich, warum ich fotografiere. Für das Glück. Mein eigenes und das anderer. Das genügt mir absolut.

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Arrangieren vs. suchen

Wer mir schon länger folgt, der weiß, dass ich schon mehrere Anläufe in die Foodfotografie gemacht habe. Ich habe ein Community-Kochbuch ins Leben gerufen (und dabei auch gleich kochen gelernt), war auf einem Foodfoto-Workshop mit Lissy Cölfen und habe letztes Jahr einen Onlineworkshop mit vielen Übungen mitgemacht. Dabei sind teils Bilder entstanden, mit denen ich sehr zufrieden bin. Aber der Prozess hat mir keinen Spaß gemacht… Das ewige Arrangieren, testen, falten, legen, stapeln. Das war nicht meine Welt. Was mich geärgert hat, denn ich finde das Genre spannend!

Gleichzeitig fand ich das Fotografieren von Orchideen großartig. Stundenlang war ich im Flow. Auch hier habe ich arrangiert. Aber nicht von Grund auf, sondern nur ein bestehendes Motiv ins beste Licht gerückt. Vermutlich war das der Unterschied.

Auf jeden Fall habe ich letztes Jahr länger darüber nachgedacht und bin zu dem Schluss gekommen, dass ich gerne Motive suche, aber selten dieselbe Freude empfinde, wenn ich etwas arrangiere. Und kam zu dem Schluss: Ich darf nicht die Idee lieben (z.B. ein gutes Foodfoto zu machen), sondern das Tun.

Ein Herz für Serien

Schon 2013 hab ich erkannt: Fotoserien bringen Glücksmomente. Auch derzeit laufen bei mir mehrere Serien, an denen ich immer arbeite, wenn ich ein passendes Motiv sehe. Meine liebste Dauerserie ist „hinter Glas“.

Ich fände es schön, wenn ich mehr zeitlich begrenzte Serien fotografieren würde. Eine Geschichte erzählen, sie aber auch zu Ende erzählen. Etwas machen. Abschließen. Und zufrieden sein. Aktuell fehlen mir Ideen für kleine Serien – und für die großen, die ich im Kopf habe, fehlt die Zeit.

Brauche ich ein Konzept?

Wer seriell fotografiert, braucht ein Konzept. Etwas, was die Serie zusammenhält. Ihr Bedeutung gibt. Das kann auf den ersten Blick banal sein. Türen und Fenster erzählen was über ihre Besitzer. Irgendwo angebrachte Zettel erzählen von einer Geschichte, einem Mitteilungsbedürfnis. Natürlich können sie auch tiefer gehen bis hin zum Ausdruck innerster Gefühle.

Auch Einzelbilder können ein Konzept haben. Ein Bild im Kopf, bevor es in der Kamera ist. Etwas, das man zeigen möchte.

Wie groß die Schnittmenge „gute Fotos“ und „Konzept“ bei mir ist, kann ich nicht sagen. Ich merke nur, dass ich mir im Vergleich zu früher mehr Gedanken im Vorfeld mache.

Das sind meine Erkenntnisse und Gedanken zu diversen Fotothemen. Worüber denkt ihr nach? Habt ihr zu meinen Gedanken Ergänzungen oder Widersprüche? Erzählt mir doch bitte davon!

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. Beneidenswert, dass Du erkannt hast, was Dir liegt oder nicht. Ich grübel jedes Mal wieder, ob mir etwas Spaß machen wird und täusche mich oft genug darin (und mach dann Dinge, bei denen ich mittendrin feststelle, dass ich gar keine Lust dazu hatte).

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