[Gastbeitrag] Das perfekte Bewerbungsfoto: Was geht, was geht gar nicht?

Auch wenn Bewerbungsfotos in anderen Ländern immer mehr an Bedeutung verlieren, so haben sie in Deutschland noch immer einen unverändert hohen Stellenwert. Das Bewerbungsbild ist das erste, was der Personaler sieht. Deshalb ist ein perfektes Bewerbungsfoto unabdingbar. Doch was macht ein perfektes Bewerbungsbild aus? Worauf hat man als Fotograf zu achten, weil der Bewerber es vielleicht gar nicht weiß? Und was geht gar nicht? – Ein Gastbeitrag der Website rahmenversand.com

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© Bewerbungsbild (Sven Palm / Flickr, CC BY 2.0)

Am Wunsch-Unternehmen orientieren

Egal, ob hinsichtlich der Kleiderwahl, der Frisur oder im Hinblick auf das Thema Bart: Es ist unabdingbar, sich vor dem Gang zum Fotografen mit der Firma auseinanderzusetzen, bei der man sich bewerben möchte. Das geht am besten über die Website des Unternehmens. Hier kann ein erster Eindruck darüber gewonnen werden, wie sich die Firma und ihre Mitarbeiter nach Außen darstellen. Dementsprechend sollte sich der Bewerber auch selbst auf dem Foto kleiden und präsentieren.

Die Kleidung

Es muss nicht immer der Business-Look sein.Anzug und Kostüm sind nicht immer die beste Wahl . Es kommt vielmehr darauf an, wo man sich bewirbt. Ebenfalls wichtig ist die Position, in der man später arbeiten möchte. „Dress for the job you want, not the job you have“, lautet die goldene Regel.Für die Arbeit in einer Bank oder in einer gehobenen Position sollte die Kleidung tatsächlich einem Business-Schick entsprechen. Hier ist ein Griff zum Dreiteiler bzw. zu Bluse und Blazer für das Bewerbungsfoto Pflicht. Bewirbt man sich hingegen als Erzieherin oder im Kreativ-Bereich, könnte ein zu strenger Look übertrieben wirken. Aber auch hier gilt: kein T-Shirt, keine kurzen Ärmel, kein tiefer Ausschnitt, keine zu grellen Farben und Muster. Was dagegen immer funktioniert, sind gedeckte Farbtöne. Statt dem üblichen schwarz-weiß darf es auch gerne mal die Kombination mit verschiedenen Blautönen sein.

Was mache ich mit meinen Haaren?

Eine Frage, die sich wohl vor allem Frauen stellen. Für Frau wie Mann gilt: Die Haare müssen gepflegt aussehen. Ein oft verbreiteter Mythos, offene Haare würden prinzipiell unseriöser wirken als zusammengebundene, muss hier aber widerlegt werden. Man sollte die Haare auf dem Bewerbungsfoto tatsächlich so frisieren, wie man sie immer trägt. Wer offene Haare bevorzugt, sollte sie auch auf dem Bewerbungsfoto offen tragen. Denn so steigen Wohlfühlfaktor und Selbstsicherheit, die sich auch ins Bild übertragen.

Wichtig ist allerdings: Wer sehr wilde, lockige Haare hat, sollte sich diese besser zusammenbinden oder hochstecken. Denn sie können leicht vom Gesicht ablenken und tatsächlich einen Hauch von Unseriosität übermitteln. Aber auch hier gilt: am Wunschunternehmen orientieren. Ist es eine Firma, in der die Mitarbeiter sich allgemein locker und zwanglos geben, ist eine wildere Frisur nicht so dramatisch wie in beispielsweise einer Anwaltskanzlei.

Die Frage mit dem Bart

Grundsätzlich gilt: Ein 3-Tage-Bart geht gar nicht! Ein Vollbart ist – unternehmensabhängig – mitunter okay, solange er sauber rasiert ist und nicht als einheitliche Matte ins Brusthaar übergeht. Auf der sicheren Seite ist man tatsächlich aber ohne Bart. Denn es ist im Voraus schwierig zu erkennen, ob das Unternehmen, für das man sich bewirbt, Bärte toleriert oder nicht. Auch hier gilt: Banken, schicke Anwaltskanzleien, Versicherungsunternehmen usw. möchten immer eine Glattrasur sehen! In kreativeren Berufen wie dem des Grafikers oder Redakteurs sind Regeln flexibler.

Macht mich eine Brille kompetenter?

Auch dies ist ein Mythos, der getrost ad acta gelegt werden kann. Es gibt sicherlich den einen oder anderen Personalchef, der einem Bewerber mit Brille mehr Kompetenz zumisst als einem Job-Anwärter ohne Brille. Das sind jedoch Ausnahmefälle und keinesfalls die Regel. Wichtig ist, sich so zu repräsentieren, wie man tatsächlich auch im neuen Beruf aussehen möchte. Wer also nie eine Brille trägt (und das auch später nicht tun wird), sollte auch auf dem Bewerbungsbild keine Brille aufsetzen.

Wie viel Schmuck und Makeup sind okay?

Das Makeup sollte so wirken, als hätte man gar keins aufgelegt. Natürlichkeit ist hier das Zauberwort. Mit Puder mattieren und mit leichtem Rouge ein bisschen Farbe zaubern ist in Ordnung. Ebenso Lidschatten und Lippenstift in zarten Rosa-Pastell-Tönen und ein wenig Wimperntusche. Alles, was darüber hinausgeht, wirkt für ein Bewerbungsfoto aufgesetzt und übertrieben. In die Farbpalette fallen ist also ein absolutes No-Go.

Auch mit dem Schmuck sollte man es nicht übertreiben. Große, hängende Ohrringe sind genauso ungünstig wie überdimensionale Ketten. Denn sie lenken von der Person ab und wirken schnell überladen. Kleine Perlenohrringe oder filigrane Kettchen gehen dagegen immer.

Bewerbungsbild-Sünden

Diese Dinge sollten in jedem Fall unbedingt vermieden werden:

  • sich völlig verstellen
  • kurze Ärmel, knallige Farben, tiefer Ausschnitt
  • wilde, offene Haare
  • 3-Tage-Bart
  • übertriebenes Makeup
  • zu viel Schmuck
  • ein Passfoto (schlimmstenfalls biometrisch) oder ein Ganzkörperfoto machen lassen
  • denselben Fotoabzug zweimal verwenden (fällt durch Fingerabdrücke (fast) immer auf)
  • ein Foto verwenden, das nicht der derzeitigen Haarfarbe und dem Haarschnitt entspricht

So geht’s richtig

Wer alles richtig machen und auf der sicheren Seite sein will, sollte sich an den folgenden Leitlinien orientieren:

  • über das Unternehmen informieren (Internet)
  • Kleidung dem späteren Wunsch-Job anpassen (z.B. Bank = Businessdress, Kreativ-Beruf = Bluse/Polo-Shirt)
  • die Haare je nach Gewohnheit zusammen oder offen tragen (gepflegt)
  • Glattrasur (eventuell akkurater, sauberer Bart)
  • dezentes Makeup auflegen
  • dezenten Schmuck tragen

Mit diesen Hinweisen sollte es mit dem perfekten Bewerbungsfoto auf jeden Fall klappen. Und auch so ist ein schönes Foto doch immer gut zu gebrauchen. Warum nicht mal ein gelungenes Bewerbungsfoto einrahmen (ganz einfach zum Beispiel mit einem Rahmen von rahmenversand.com) und den Liebsten damit eine Freude machen?

Dieser Beitrag hat 4 Kommentare

  1. Ich glaube diesen Artikel werde ich in meinen zukünftigen Jobanzeigen verlinken. Als selbständiger der ab und zu Personalnachschub sucht habe ich schon so einiges gesehen!

  2. „Diese Dinge sollten in jedem Fall unbedingt vermieden werden: [..] ein Foto verwenden, das der derzeitigen Haarfarbe und dem Haarschnitt entspricht“

    Hier fehlt sicherlich ein „nicht“? :)

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