Martin macht ein 365-Tage-Fotoprojekt. Ich habe ihn interviewt.

website365 Tage lang ein Foto täglich. Das ist ein Wort! Martin hat es sich fest vorgenommen und ich werde ihn begleiten: Ein Interview jetzt, eins zur Halbzeit und eins am Ende.

Ein 365-Tage-Fotoprojekt ist ja mal ein Wort! Wie kam es denn dazu?
Naja, Schwerpunkte im Leben und in der Fotografie sind gut, und auch wichtig, können aber auch zu einer gewissen „Eingefahrenheit“ führen.
Ich hatte mich die letzten Wochen und Monate immer öfter dabei erwischt, meinen Fotokram nach einem Panoramashooting aufzuräumen, um währenddessen darüber zu sinnieren, warum ich eigentlich soviel Fotokram habe, um damit „nur“ Panoramen zu fotografieren.

Da die Panoramafotografie einen speziell geschulten Blick für Motive und Standpunkte benötigt, hatte ich zudem das Gefühl, ich würde den Rest meines fotografischen Auges, Bauchgefühles und vor allem meine Kreativiät und Spontanität mehr und mehr verlieren.

Daher musste ein Fotoprojekt her, mit dem ich mir selbst ein wenig Druck machen konnte (sind wir nicht alle ein wenig Couch Potatoe ? :)  ), jeden Tag einen Fotoapparat in die Hand zu nehmen und aktiv auf Motivsuche zu gehen.

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Hältst du durch?
Ein Mann ein Wort, ja :)
Ich denke, wenn man so  Frage, die man sich natürlich auch selbst im Vorfeld stellt, mit „vielleicht“ oder „ich denke schon“ beantwortet, hat man schon verloren.

Wie werden sich deine Motive und deine Fotografie im Laufe dieses Jahres wohl verändern?
Ich versuche aktuell Motive/Ideen in meinem täglichen (Lebens-)Umfeld zu finden, ohne eine „Doktorarbeit daraus zu machen“. Somit ist es schwierig, die Frage nach der Motiventwicklung nachhaltig zu beantworten. Wenn ich dort keine Motive/Ideen mehr finde, werde ich mein Umfeld ausweiten müssen – und damit auch die Motive beeinflussen.
Das gilt natürlich auch, wenn ich aufgrund der „täglichen Übung“ einfach kreativer werde (was ich mal hoffe) und sich damit einfach neue Motive ergeben, keine Ahnung … ich lasse mich dahingehend einfach mal treiben.
Vielleicht traue ich mich ja auch mal fremde Leute auf der Straße anzusprechen, um sie zu fragen, ob sie Teil das Projektes werden möchten.

Das Ziel des Ganzen ist es eben auch,  durch tägliche Übung die Qualität der Fotos zu steigern. Da so etwas ja immer sehr subjektiv ist, hoffe ich mal auf konstruktive Kritik meiner Leser/Projektbesucher.

Heute stelle ich das 60. Bild  online, und es ist erstaunlich, wie viele neue Dinge und Motive man in seinem Umfeld täglich entdecken kann, wenn man nur richtig hinsieht.

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Hast du einen roten Faden, festgelegte Themen pro Monat oder sonstige Vorgaben, die dich stützen – oder arbeitest du lieber frei?
Ich habe keine fixen Themen, jedoch drei fixe Regeln/Vorgaben:

  • Es muss jeden Tag vor Mitternacht ein neues Bild online gestellt werden.
  • Dieses Bild darf nicht aus einem “Fundus” geholt werden, der älter als 3 Tage ist.
  • Krankheitszeiten oder Urlaub ohne Wlan (z.B. im Ausland) sind davon ausgenommen.

Ob ich dazu eine meiner Nikons, die Fuji oder gar das iPhone nehme, ist dabei sekundär.

Da ich hauptberuflich in der IT-Branche arbeite, kann es schon mal vorkommen, dass der Feierabend im Büro stattfindet oder ausfällt.
Wenn es die Motive hergeben, lege ich mir daher gerne einen Puffer von ein oder zwei Bildern an, auf die ich zurückgreifen kann, wenn nötig.

Wer Martin mit konstruktiven Kommentaren begleiten möchte oder einfach neugierig ist, findet sein 365-Tage-Projekt hier.

 

Dieser Beitrag hat 7 Kommentare

  1. ich finde das ja so cool. aber neben einem 40h-job kann ich mir – grade im winter – einfach kaum vorstellen, wie man das bewerkstelligt.. man darf gespannt sein :)

  2. @Paleica: naja … eine Idee wäre es ja, parallel zum 365 Tage Projekt auch das 50f Projekt zu starten, und sich somit Fotoideen aus der Liste zu generieren.

    Natürlich nur unter der Vorgabe, nicht ein und dasselbe Bild für das 365 Tage UND das 50f Projekt zu nehmen :)

    Ich muss da glaube ich mal drüber sinnieren.

    Btw. schöne Fotos auf Deiner Seite !

  3. Ich finde alle Fotos besonders, richtig spannend und kreativ. Aber was mich etwas stört, ist die Tatsache, dass man bei einigen merkt, dass sie sehr stark mit Fotoshop bearbeitet worden sind

  4. @aki: zuerst danke :)
    Zum Thema Photoshop … für mich persönlich gehört es einfach dazu, BIlder mit einem mehr oder weniger aufwandigem Postprozeß zu bearbeiten. Dabei sollen Bildstimmung und Bildausdruck und die Idee hinter dem Bild verstärkt / hervorgehoben werden.
    Für mich ist das, der schon lange vor Photoshop Zeiten Bilder ausbelichtet hat, normal. Früher hat man die Bilder ja auch nicht einfach platt ausbelichtet, sondern sich auch diversester Hilfsmittel bedient.
    Heute heisst das Hilfsmittel halt Photoshop :)

    Ich denke darüber lässt sich trefflich diskutieren …

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