Mein wöchentliches Foto- und Erinnerungsalbum

Kennt ihr „Project Life“? Nein? Ich kannte es bis zu einem Newsletter von Photojojo Ende Dezember auch nicht. Jetzt bin ich ein Fan.

Was ist Project Life?

Die Idee ist sehr schön. Es geht darum, das ganz normale Leben mit Fotos und Worten festzuhalten. Dazu gibt es spezielle Alben, in denen Klarsichtfolien mit mehreren Laschen sind. Dort steckt man seine Fotos und Texte rein und fertig ist es. Meist entspricht eine Doppelseite einer Woche.

Leider gibt es die Originalprodukte nicht in deutschen Onlineshops, so dass ich strenggenommen nicht Project Life mache. Und weil der Begriff geschützt ist, nenn ich es lieber über „Pocket Scrapbooking“.

Und weil das alles sehr theoretisch ist, hier ein Beispiel (klick für groß):

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Warum es so viel Spaß macht – und gut tut!

Sicher kennt ihr das Gefühl, wenn man Fotos als Abzüge abholt oder das Fotobuch per Post bekommt. Es ist einfach super, die Fotos in echt zu sehen, nicht nur am Monitor! Und es macht Spaß, mit ihnen zu arbeiten, zu basteln – und so die Erinnerung haltbar zu machen.

Ich selbst bastel gern gelegentlich. Fühle das Papier, fühle die Fotos, anstatt nur mit der Maus rumzuklicken. Ich bin einfach ein haptischer Mensch. Dabei entspanne ich mich, es ist wirklich eine kleine Auszeit am Sonntagabend, wenn ich alle Fotos, Tickets und Erlebnisse der vergangenen Woche sortiere.

Zudem merke ich, dass ich viel bewusster immer wieder kleine Freizeitinseln in den Alltag einbaue. Und ja, der Gedanke schwingt mit, dass ich nicht am Sonntag da sitze und nur Bilder von der Arbeit habe. Ich lebe die Woche bewusster und sehe sie nicht einfach als eine Perle an einer langen Schnur.

Der Aufwand ist so hoch, wie ich es will – und es ist nicht kitschig!

Pocket Scrapbooking ist sowas wie der kleine Verwandte des Scrapbookings. Scrapbooking wollte ich schon vor Jahren anfangen – habe aber zum Glück vorher gemerkt, dass es schwer ist, ein nicht-kitschiges Layout hinzubekommen (auch wegen der eher kitschigen Zubehör-Papiere). Ich bin einfach nicht der Typ für Glitzer und Stoffblumen um meine Fotos.

Das ist bei Pocket Scrapbooking zum Glück ganz anders! Auch hier gibt es sehr aufwändige Gestaltungen, aber die Basis ist einfach und schlicht. Nur gelegentlich verwende ich auch kleine Dekorationen.

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Für eine Doppelseite (= ein Wochenrückblick) brauche ich inkl. Fotodrucken ca. 1,5 Stunden. Wobei ich mir schon überlege, ob ich einheitliche Farbei bei den Karten für den Text nehme, die dann alle ausbreite usw. Es ginge sicher auch schneller.

Was man braucht

  • Die Klarsichthüllen. Sie heißen eigentlich „Page Protectors“. Es gibt sie von verschiedenen Herstellern und jemand, der mehr Ahnung hat als ich, sagte mir, dass die nicht alle gleich gelocht sind. Sprich: Sucht euch erst das Album aus und kauft dann Page Protectors vom selben Hersteller. Meine habe ich übrigens aus der Scrapbook-Werkstatt, einem deutschen Online-Shop, und bin voll zufrieden.
  • Das Album. Gerne hätte ich Becky Higgins, die Erfinderin von Project Life, unterstützt. Aber die Originalalben sind bei Lieferung nach Europa nicht bezahlbar. Derzeit habe ich noch kein Album, sondern die Seiten mit Buchbindeschrauben zusammengehalten und Schutzpappe vorne und hinten angebracht.
  • Fotos. Wie ihr die am besten ausdruckt, wisst ihr sicher selbst ;) In die großen Taschen passen exakt 10×15-Fotos. Und wenn man zwei Fotos auf ein 10×15 abzieht und auseinanderschneidet, hat man die Fotos für die kleinen Taschen.
  • Karten für Text (in der Fachsprache „Journal Cards“). Wenn ihr nicht gerade welche kaufen wollt, könnt ihr viele schöne und kostenlose Karten im Internet finden zum Selbstausdrucken. Auf meiner Pinterest-Seite halte ich alle Downloads fest, die mir gefallen – da werdet ihr sicher fündig! Außerdem gestalte ich grad selbst welche und stelle sie demnächst zum Download bereit. – Passt bitte beim Drucken auf. Nicht alle Karten sind zwingend 3×4 Zoll! Ich mach es über InDesign, dass ich mir dort einen Rahmen in der richtigen Größe aufziehe und die Bilder dort reinschiebe.
  • Bastelzubehör. Nicht notwendig, ist eher Geschmackssache. Hier meine eher kleine Sammlung (klick für groß)

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Impressionen

Anders als viele andren Pocket Scrapbookers möchte ich nicht meine ganzen Doppelseiten zeigen. Zu privat. Aber ein paar Einblicke zeige ich euch gerne!

ein schönes Erlebnis braucht mehr als eine Folie!

 

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Ich bau auch gern gelegentlich den Wetterbericht ein. InstaWeather ist eine super App dafür.

 

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süß, oder?

 

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Dunkel passt einfach besser.

 

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…und alles zusammen: Washi, Stempel, Foto & Text.

 

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Jede Woche startet mit einem Foto, auf dem die Wochennummer und das Datum aufgetragen ist.

Wenn ihr gut gestaltete Doppelseiten sehen wollt, findet ihr sie hier.

Dieser Beitrag hat 17 Kommentare

  1. Das sieht wirklich toll aus! Ich überlege ja auch wegen der Scrapbooks, aber deine Alternative ist um einiges praktischer und wirklich weniger kitschig – gefällt mir sehr gut.
    LG, Die Stümperhafte

  2. Das sieht ja sehr interessant aus. Eine Art modernes Tagebuch? Der Aufwand scheint mir aber doch recht groß zu sein, allein die Zusammenstellung der Utensilien. Trotzdem ist es eine nette Anregung.

  3. Sieht wirklich super aus.
    Scrapbooking finde ich ja auch schon irgendwie faszinierend, aber oft trieft das ganze auch nur so vor Kitsch, was nicht wirklich mein Ding ist. Da finde ich diese Alternative schon sehr viel besser.

  4. Hallo Birgit,

    klasse Idee, die ich gerne auch mal ausprobieren möchte. Jetzt erschlägt mich der von dir genannte Shop mit x-verschiedenen Seitenmöglichkeiten und mir gefallen doch deine soooo gut – kannst du mir vielleicht die genaue Bezeichnung nennen?

    Danke
    Annette

  5. Huhuu Annette,
    oh schön, dass du bei mir was für dich entdeckt hast!

    Ja, es ist eine eigene kleine Welt, und bis man alle Begriffe kennt… Ich hab die hier
    http://www.scrapbook-werkstatt.de/product_info.php?info=p24021_pebbles-inc—-seen—noted—page-protectors-12×12—6×4-3×4.html
    und bin sehr zufrieden mit der Verarbeitung, Stärke und Haptik.

    Beim Album würd ich vorsichtig sein. Ich hatte eins von American Crafts und das fühlte sich ganz komisch an. Ich habs jetzt erst mal mit Buchbindeschrauben zusammengehalten und warte, bis ich in einem echten Scrapladen bin, wo ich die Alben auch anfassen kann.

      1. Hey Clara, es gibt in einigen größeren Städten Bastelläden, wobei z.B. der in Nürnberg nix für Project Life hat. Am besten gehst du in den Onlineshop, den ich verlinkt habe, der hat nen tolles Angebot (gibt sicher auch andre, aber den hier kann ich empfehlen) ;)

  6. hey,
    danke für die projekt-vorstellung… kannst du einen eckenrunder empfehlen?? bei amazon haben alle schlechte bewertungen…

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