Gastbeitrag: Leuchtende Augen

Gestern erreichte mich wieder ein cooler Gastbeitrag. Diesmal geht es um Photoshop und wie ihr die Augen eurer Models zum Leuchten bringt – im wahrsten Sinne des Wortes. Das Wort hat Melanie!

Melanie, 25 Jahre und schon als Kind kreativ gewesen. Doch erst letztes Jahr bekam ich zum ersten Mal eine DSLR in die Finger und begann mich mit der Fotografie zu beschäftigen. Mit Photoshop beschäftige ich mich daher auch schon länger als mit der Fotografie selbst, daher geht mein Thema für heute auch in diese Richtung. Man kann mich finden auf meinem Blog! :)

Ausgangspunkt einer guten Bildbearbeitung sollte immer ein gutes Bild sein. Früher glaubte ich, Fehler, die ich beim Fotografieren gemacht habe, mit Photoshop ausgleichen zu können. Bis zu einem gewissen Grad geht das. Man kann von “Verbesserungen” sprechen. Aber ein schlechtes Bild wirkt auch mit einer guten Bearbeitung im Endeffekt nie so wie ein gutes Bild mit einer guten Bearbeitung.

Im Mittelpunkt dieses Gastbeitrags steht meine Technik, mit der ich Augen auf jedem Portrait zum Leuchten bekomme. Will heißen, ich gehe der Frage nach: Wie kann ich Augen noch ausdrucksstärker machen? Ich arbeite in diesem Artikel übrigens mit Photoshop CS4. Allerdings sollten alle meine Schritte auch mit niedrigeren Versionen von Photoshop möglich sein.

Ausgangsmaterial dafür ist das folgende Portrait. Es entstand gestern Abend im Fotostudio, das Model ist Golden Eyes. Und ich habe nun vor, ihrem NickName alle Ehre zu machen.

Alle Bilder sind großklickbar.

Normalerweise mache ich vor all diesen Schritten eine Hautretusche. Der Einfachheit halber lasse ich diese allerdings erstmal außen vor. Wie man Hautunreinheiten entfernt, kann man auf meinem Blog hier nachlesen.

Mein erster Schritt ist eine neue Einstellungsebne Farbton/Sättigung, die ich auf Negativ multiplizieren umstelle. Dadurch wird das ganze Bild heller. Der Einstellungsebene ist automatisch eine Maske beigefügt. Falls diese noch nicht markiert ist, so tue ich das mit einem Klick auf diese und kehre sie mit Strg+I um. Jetzt sieht das Bild wieder aus wie vorher. Was ist da passiert?

Nun, indem wir die Maske invertiert haben, also komplett geschwärzt, haben wir die Einstellungsebene unsichtbar gemacht. Mit einem weißen Pinsel können wir nun die Stellen wieder hineinmalen, die wir haben wollen. In diesem Fall ist das die Iris, die wir so aufhellen. Um sie herum können wir einen kleinen dunkleren Rand lassen und die Pupille bleibt natürlich auch schwarz.

Jetzt setzen wir bei der Einstellungsebene noch den Haken Färben und suchen uns die Farbe aus, von der wir denken, sie passt gut zum Bild. Natürlich wirken die Augen jetzt viel zu hell und krass, daher justieren wir noch ein bisschen. Ich nehme meistens sowohl etwas Helligkeit als auch etwas Sättigung heraus und setze die Ebene auf eine Deckkraft von etwa 70%. Wem die Augen immernoch zu hell und auffällig sind, der dreht die Regler einfach noch ein Stück weiter herunter.

Zum Schluss mache ich noch ein paar Fein-Arbeiten mit einer Dodge-and-Burn-Ebene (wie das geht, habe ich hier schon mal erklärt): Ich dunkle die Wimpern, die Augenbrauen, dunkle Stellen in der Iris und die Pupille ab und helle die Highlights noch etwas auf. Et voilà.

Das komplett fertige Bild wird’s übrigens bald gibt es auf meinem Flickr-Stream zu sehen geben! :)

Ganz zum Schluss habe ich noch einen Detail-Vergleich für euch. Wie ihr seht, sind die Veränderungen eigentlich minimal. Aber für die Bildwirkung sind diese kleinen Veränderungen oft sehr wichtig.

nachher – vorher

Dieser Beitrag hat 8 Kommentare

  1. Toll, was man alles machen kann! Wenn ich es jetzt nicht wüsste, wäre ich nicht auf die Idee gekommen, dass die Augen bearbeitet sind, sondern hätte gefragt, wie du das hinbekommen hast. Übrigens: Dein Model ist sehr apart.

  2. […] war die letzte Woche sehr wenig los. Stattdessen wurde ein Gastbeitrag von mir auf dem Blog von Birgit Engelhardt veröffentlicht. Es geht darum, wie ich es schaffe, […]

  3. @Aki: Das sollte meiner Meinung auch das Ziel von einer Bearbeitung sein.

    Ich gebe mir immer Mühe einem Gesicht mehr Ausdruck zu geben, ohne es künstlich erscheinen zu lassen. Den Trick hier kannte ich bereits, ist aber immer wieder für einen Aha-Moment gut.
    Ich habe manchmal Augenfarben auch schon komplett geändert, um sie z.B. auf die Hintergrundfarbe anzupassen. Das hat dann weniger mit Natürlichkeit, denn Kunst zu tun ;)

  4. Super Anleitung. Ich bin noch ziemlich am Anfang mit Photoshop darf ich evtl. bei Problemen mal nachfragen? Gebe gern Unterstützung bei anderen Fragen zu Websites.

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