Ich will ein Weihnachtsfoto machen! Jetzt!

Über die Feiertage ist man üblicherweise schwer beschäftigt: Feiern, essen, schlafen… trotzdem wollte ich unbedingt ein weihnachtliches Foto von unserem Adventskranz machen. Und das war gar nicht so einfach. Hier meine Leidensgeschichte Erfolgsgeschichte.

1. Anlauf
Tageslicht von links, draufgehalten.

Falls ihr euch über die offene Blende wundert: Es ist teils gewollt, resultiert aber teils auch aus meiner tiefen Abneigung gegen Stative. ;)

01

1/60 sek – F 1,8 – 50 mm

Naja, schon ganz schön, aber doch arg dunkel. Hmm, ob man da tricksen kann?

2. Anlauf
Licht wie vorher, diesmal aber mit dem Makro-Objektiv.

02

1/24 sek – F 4 – 105 mm

Jaoh, besser, aber haut niemanden um. Plus dass das mit der Freihandbelichtung nicht so ganz geklappt hat…

Also muss der Hintergrund heller. Standardmäßig ist dort eine beige Tapete, die durch die relativ kurze Belichtungszeit und die Schattenlage einfach schwarz wirkt.

Da konnte ich gleich meinen neuen Reflektor ausprobieren und hab diesen Aufbau hier gebastelt:

3. Anlauf
gold1

Kamera mit Makro-Objektiv auf ein paar Wärmekissen (=Bohnensäcke), Goldreflektor in den Hintergrund – Gold ist ja immer weihnachtlich – und weiter geht’s. Der Reflektor hängt übrigens am Stativ – hab ich das also doch noch nutzen können ;)

Das hier war das Ergebnis:

gold2

1/3 sek – F 10 – 105 mm

Wäh! Kitschig! Aber sowas von!

Ok, warum hier die Blende so weit zu ist, entzieht sich meiner Kenntnis. Vermutlich war ich von den Reflexionen schon leicht betüdelt…

4. Anlauf
Einstellungen ändern, Winkel des Reflektors auch, und nochmal.

gold3

1/80 sek – F 1,8 – 50 mm

Ja, da fallen mir die Augen nicht mehr aus. Dafür wirkt alles arg trübe und eher wie November als wie Weihnachten.

Wenn das mit dem Hintergrund nicht will, will ich auch nicht. So. Jetzt geh ich da einfach ganz anders ran – ätsch!

5. Anlauf
Mit dem Makro-Objektiv direkt auf das kleine Geschenkpackerl draufgehalten. Rot und Gold, macht sich immer gut. Und ist sehr weihnachtlich, auf jeden Fall.

geschenk

1/3 sek – F 10 – 105 mm – out of cam

Na damit kann man doch was anfangen.Diesmal ist die kleine Blende übrigens gewollt gewesen ;)

Postprocessing
Noch einmal in Photoshop aufmachen, bissel rumspielen (Gradation, Tonwertkorrektur, Helligkeit, ganz leichten Grünfilter drüber) – und fertig ist das Werk. Zwar kein absolutes Highlight der Weihnachtsfotografie, aber immerhin ein Bild, mit dem ich insgesamt zufrieden bin. Vielleicht etwas kitschig, aber noch im Rahmen für ein Weihnachtsfoto, finde ich :)

final

Dieser Beitrag hat 5 Kommentare

  1. Deine Abneigung gegen Stative kann ich nachvollziehen, mir geht es auch oft so.

    Das letzte Bild kann sich doch wirklich sehen lassen und sieht wie eine Weihnachtspostkarte aus. Gratulation zu dieser schönen Aufnahme.

  2. Was Fotoshop doch für Wunder wirken kann. Gibt es nicht sowas auch für die harte Realität? Ich möchte auch eine solche Anwendung für mich, um in neuem Glanz zu erstehen.

  3. Das hast Du perfekt gelöst. Oh wie ich das kenne. Dieses Weihnachten hatte ich keine Lust mehr nachdem ich letztes Weihnachten mit einer Kugel und ansprechenden Reflexen in der Kugel mich zu Tode experimentiert hatte.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.