Vergiss nicht dein Leben… zu fotografieren

Es kommt ja schon vor, dass ich das ein oder andre Foto mache. Einige Hundert pro Jahr, wenn nicht Tausend(e). Blumen und Tiere, Stadt und Land, Himmel und Erde.

Nur ein Motiv vergesse ich immer: mein Leben.

Von meiner Arbeit, meinem Büro, meiner Kollegen: Hab ich keine Bilder.
Von meiner Wohnung (ich wohn da jetzt ein Jahr): kaum Bilder.
Von meinen Freunden: selbst da hab ich kaum schöne Bilder.

Ich hab Freitag angefangen, das zu ändern. Kamera mit zum Spieleabend mitgenommen – und die Angst beiseite gedrängt, dass sie stören könnte. Was sowieso absoluter Quatsch war, die lag einfach rum und jeder, der wollte, hat mal ein paar Bilder gemacht.

Und ich sag euch was: Ich bin so verdammt froh, dass ich sie gemacht habe… weil sie das, was mein Leben schön macht, viel besser darstellen als alle Blumenfotos zusammen.

Darum: Vergiss nicht, dein Leben zu fotografieren!

spieleabend2

Auslöser für diese Erkenntnis war übrigens dieses Video von Bert Stephani, der 50 Tage lang seine 50mm (fast) überall mit hinnimmt. Geniale Bilder!


Dieser Beitrag hat 32 Kommentare

  1. Pingback: thomas zilch fotografie » 50 Tage mit 50 Millimetern: Projekt 50-50

  2. jana

    Richtig so- bei mir ist es genau umgekehrt: ich habe kaum Bilder von Blumen, Tieren ( ausser meinem eigenen ), Landschaften und Co. Zumindest sind es wenige im Vergleich zu denen von meiner Familie, meinen Freunden, unserem Haus usw…
    Bleib dran und nimm die Kamera ruhig öfter mal mit zu den “nicht fotografischen”Aktivitäten :wink:

  3. kasumi

    guter gedanke =) Ich glaube das geht vielen so.

  4. Manu

    Wie recht du doch hast!
    Es ist wirklich erschreckend wie viele Bilder ich von Bäumen, Landschaft und Blumen hab aber wie wenig von lieben Menschen und besonderen Momenten!
    Du hast mir nen guten Anstoß gegeben das zu ändern – versuch ich ab jetzt zu tun!
    DANKE DIR !
    Übrigens – dein blog ist klasse – da schau ich jetzt öfter mal rein!

    GLG Manu :coffee:

  5. aki

    Ich finde deinen Blog auch prima. Dir gehen die Ideen nicht aus!

  6. Marcel

    Das ist mir auch aufgefallen! Ich habe fast keine guten Bilder meiner Freunde oder “engen” Umgebung.

    Welche Kamera hast du dafür genutzt? Eine kompakte und keine DSLR nehme ich mal an?

  7. bee

    @Manu: Danke und herzlich willkommen! :)

    @Marcel: Doch, ich hatte die DSLR mit, zusammen mit 50mm Festbrennweite. Blende 1,8 ist grad abends extrem hilfreich, hab aber mit dem kamerainternen Blitz noch etwas nachgeholfen (ganz vorsichtig). Irgendwann im Laufe des Abends hat wer das Menürad auf “P” gestellt, hab es erst am nächsten Tag gesehn.

    Also zwar DSLR, aber dort einfachste Mittel (und gutes Objektiv) ;)

  8. Scorp

    Beim nächsten Spieleabend nehme ich mein Cam auch mal mit. Ich ärgere mich nun schon fast, dass ich letztens nicht da war, sonst wäre ich auch in deinem Blog verewigt worden. :wink:

  9. Marcel

    Hm, gute Idee. Das 50mm 1,8er fehlt mir noch, aber kommt bestimmt bald mal dazu. Und dann mal gucken, ob ich die Kamera auch einfach mal “zur Verfügung” stelle.

  10. bee

    @Scorp: Hey, ich shoote dich mal, dann kriegst nen Post ganz für dich ;)

  11. Daniel

    Guter Gedanke, ich denke das geht vielen so. Ich hab meine Kompaktkamera zwar auch im Büro immer dabei, hab’s aber noch nie fotografiert. Entweder weil ich meinen Schreibtisch eh jeden Tag seh – oder weil mir die Unordnung sogar vor mir selbst so peinlich ist. :-)
    Werd ich morgen mal ändern (das mit dem Fotografieren…).

  12. Daniel

    Hey, kann das nur bestätigen. Habe meine Kamera auch bei jeder Gelegenheit dabei und wenn man den ganzen Abend / Tag Fotos von allen macht hört man schon mal: “ach komm nicht schon wieder.”. Aber im Nachhinein sind alle froh endlich mal Fotos von den Aktionen zu haben. Also einfach trauen.
    LG
    Daniel

  13. Paleica

    mir gehts genauso. eine tolle idee, ein tolles projekt. ich denk es mir immer wieder und mach es dann doch nicht. dafür liebe ich partyfotografen. so richtig tolle bilder von freunden hab ich auch kaum. dabei fotografieren viele davon sogar sehr gern.

  14. Pingback: Fotografiere Dein Leben! | Fotoholiker

  15. pix4pix

    Prinzipiell eine gute Idee. Ich selbst fotografiere seit Anfang des Jahres einfach Fundstücke die mir im Leben begegnen. Profanes, alltägliches. Siehe http://beta.nordbayern.de/entdeckt/
    Allerdings werde ich oft nach dem Sinn gefragt. Wenn man nur 10 Jahre zurückdenkt, wäre es unmöglich gewesen all die Fotos zu finanzieren, die man heute auf die Festplatte ablegen kann.
    Die eigentliche Frage lautet also: wen interessiert “unser” Leben?

  16. bee

    Ich freue mich echt, dass dieser Beitrag für so viele von euch ein kleiner Denkanstoß war! :)

    @Pix4pix:
    Mir ging es vor allem um private Bilder: Familie, Freunde, Kollegen, Wohnung… quasi die Eckpfeiler des Lebens. Deine Bilder sind (abgesehen vom Häkelschwein ;) ) ja eher sachlicher Natur (ohne das irgendwie abwerten zu wollen).

    Also wenn ich etwa meine Freunde beim Spieleabend fotografiere, wen interessiert das? Mindestens eine Person: mich. Ich liebe es, in alten Fotos zu stöbern – und mich in 10 Jahren riesig darüber freuen, dass ich diese Bilder gemacht habe.

    Wobei mir klar ist, dass ich sehr visuell orientiert bin, was meine ganze Wahrnehmung angeht – falls du dich auch ohne Bilder gut erinnern kannst, ist das natürlich eine ganz andere Ausgangsbasis für die “Rechtfertigung” von Fotos von unserem Alltag.

    PS: Ob dein Häkelschwein mal meinen Travelteddy trifft? ;)

  17. Pingback: bloggender-teddybaer.de » 50-50

  18. Pingback: life through a lens « pampa a.k.a. heide

  19. april

    Wie wahr, wie wahr. Ich nehme mir das jetzt auch vor. Wenn ich nach Jahren Fotos gucke, interessiert mich mein Leben auch mehr als alle Türen, Landschaften und Kuriositäten, die ich aufgenommen habe.

  20. Pingback: Der Film ist voll » Pictures of me

  21. iSi

    Finde ich super! Man sollte alles photographieren, was einem Freude bereitet. Ich lösche nicht ein Bild, das gute daran ist, dass man sich später umso mehr erfreuen kann, wie lustig etwas war! Und man gewöhnt sich dran, die Kamera überall mitzunehmen! :up:

    lg iSi

  22. Thomas A.

    Ja auch ich habe erst nach einem Beitrag von Martin Gommel endlich angefangen meine nähere Umgebung zu fotografieren:. Wege zur Post, Bank, Bäcker, Einkaufen ect.

    Als ich als Kind/Jugendlicher frühe Fotos meiner Eltern, Großeltern und Urgroßeltern gesehen habe, wollte ich immer mehr erfahren bzw. mehr aus dem Umfeld sehen. Bekanntlich gab es damals nicht so die Möglichkeiten mit einer Kamera.

    Darum werde ich die Plätze mit Kamera aufsuchen, wo ich als Kind/Jugendlicher zugebracht habe. Kindergarten, Schule, Aue (Kassel), andere Plätze, erste heimlich gerauchte Zigarette :)
    Vielleicht will ja mein Kind auch irgendwann diese Dinge näher erfahren

    G Thomas

  23. ULRICH

    ich dokumentiere gerade wie doof die Vorbereitungen der Hochzeit meiner Schwester. Ich glaub allerdings, die Menschen um mich rum werden langsam nervoes :).

    viele Menschen (wie ich) haben auch mit dem Fotografieren angefangen, weil sie nicht auf Bildern sein wollten und sich hinter der Kamera gerne verstecken.

    trotzdem immer wieder gut dran zu denken :)

  24. margit

    Doch ich habe auch Fotos von meinen Lieben und Freunden, aber die stelle ich nicht ins Netz….. :( :love:

  25. marie

    Eigentlich hast du total Recht…nur nehme ich mir immer vor mehr Bilder von Freunden etc. zu machen, nehme die Kamera mit und dann bleibt sie doch in der Tasche…Fotofaulheit nennt man das :(

  26. Pingback: Mein 2011 – in Zahlen und Bildern | birgitengelhardt.de

  27. Fotokunst Winter

    Tja … wem geht das nicht so …? :-(

    Ich habe kaum Fotos von unserer Tochter (obwohl sie bereits 3 Jahre ist und wir die Kamera seit über einem Jahr haben) … Seit ich die Kamera geholt habe, haben wir (nach dem ersten super überschwenglichen Monat) leider nur noch sehr wenig Fotos von ihr gemacht :-(

    Ich bin gerade dabei, dies zu ändern. Auch meinem Mann mußte ich mit einem Foto klar machen, daß er gar nicht so unfotogen ist – und daß man mit etwas Bildbearbeitung auch unschöne “Nachfolgen des Lebens” wegretuschieren kann … ;-)

    Ich habe (fast) keine Fotos von Freunden, hole dies jedoch gerade nach.

    Von meinen Eltern habe ich in knapp 15 Jahren nicht ein schönes Foto gemacht (nur mal so “blöde” Schnappschüsse) ^^

    Usw.

    Dafür habe ich bei jedem Tiergartenbesuch mind. 150x (und mehr) auf den Auslöser gedrückt … *schäm*

    Aber seit ich mich Hobbyfotografin bzw. Fotokünstlerin schimpfe, versuche ich dies alles Schritt für Schritt nachzuholen (und mittlerweile auch fast nur noch mit der manuellen Einstellung zu fotografieren) ;-)

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