Schwindeln für Gummibärchen! – Rezensiert dieses Bild. Positiv.

Man nehme eine grauselig-grüne Tür, eine Kamera, etwa den goldenen Schnitt. Und veröffentliche das so entstandene Foto selbstbewusst auf einem Fotoblog. Tadaaa…  schon hat man ein (Pseudo)Kunstwerk der Fotografie geschaffen.

Derjenige, der die glaubwürdigste positive “Kunstwerk-Rezession” zu diesem Bild schreibt, bekommt eine Tüte Gummibärchen per Post :)

Ihr dürft lügen und schönreden, was das Zeug hält. Die Länge ist dabei nicht entscheidend – ein treffender Satz kann genügen.

  • Rezessionen bitte in die Kommentare oder als Pingback.
  • Abgabeschluss ist der 1. August ’09.
  • Juror ist ein mir bekannter Texter und Journalist.
  • Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

gruen

1/160 sec – f 5,6 – 105 mm Makro

Dieser Beitrag hat 37 Kommentare

  1. jana

    wow- den goldenen Schnitt hast du hier wirklich zur Perfektion gebracht. Die Farben wirken sehr natürlich, das glänzende Metall passt perfekt dazu.

  2. derhenry

    Und hier sehen wir eines der bedeutendsten Kunstwerke unserer Zeit. Unter Insidern auch als “Klinke auf Mistgelb” bekannt, besticht das Werk durch seine Bildaufteilung. Manche Details offenbaren sich dem Betrachter erst nach längeren Hinsehen – so etwa die mit Bedacht leicht unsymmetrisch platzierten Schrauben beiderseits der Vertikalen.
    :wirr:

  3. Thomas

    Auf dieser kunstvoll ausgewählten Fotografie bringt die talentierte Künstlerin in eminent eindrucksvoller Weise zum Ausdruck, dass die modern-mittelalterliche Grün-Gelb-Farbkomposition, auf zwei unterschiedlich großen Flächen in differenzierter Farbtiefe erscheint, wobei der verstandsgegenwärtige Betrachter sich im Geiste selbstständig bewusst machen wird, dass der Erbauer des Personendurchlassgerätes für den Türflügel denselben Farbton wie für das Wandteil verwendet haben muss – gleichwohl dem aufmerksamen Zuseher der Blick auf die vier Nieten gelenkt wird, die auch hier unprofessionell – da nicht akkurat angebracht – und damit durchaus eine Schlamperei bei der Farbzusammensetzung grundsätzlich denkmöglich und nicht auszuschließen ist, wobei dies auch noch von der suboptimalen Reinigung der Tür explizit unter- bzw. überstrichen wird, wenn man seinen Blick auf den Türgriff fokussiert. Alles in allem kann die These aufgestellt werden, dass es der Fotografin gelungen ist, aus einer derart unscheinbar wirkenden Tür durch ein perfekt trainiertes Auge so viele Aussagen herauszuholen. Danke, dieses Bild wird mein Leben verändern.

  4. Aki

    Ich sehe schon: Gegen so viel Scharfsinn und Eloquenz meiner Konkurrenten habe ich keine Chance! Also werde ich mich dezent im Hintergrund halten und interessiert das Geschehen verfolgen. Und mächtig dazulernen. Wer weiß, wozu man es noch mal gebrauchen kann.

  5. Sue

    Die Ungewisseheit, die mit der Farbe verbunden ist, passt wunderbar zur Ungewissheit, die mit der Tür als Weg zu neuen Dingen verbunden ist.

    Ich kann mich nur schwer entscheiden, ob ich da grün oder gelb sehe. Genauso schwer fällt manchmal die Entscheidung, welchen Weg man gehen soll … ob man den unbekannten Weg hinter verschlossenen Türen geht, oder doch lieber auf dem sicheren Pfad bleibt, der sich vor der Tür befindet. Aber der scheint ja irgendwann zu enden – ob das sinnvoll ist?

    ;) ^^
    *lol*

  6. Andi

    das Bild besticht durch Gradlinigkeit und Unicolore Farben. Der Spannungsbogen, der aufgebaut wird, ist zum zerreißen anspannend. Man möchte unbedingt wissen, was sich hinter dieser Tür verbirgt. Warum wurde das Schloss nachträglich eingebaut ? Ist man IM Raum oder DAVOR ? Der Fotograf hat Raffinesse bewiesen, indem er dem Betrachter viel Raum für Spekulationen und Diskussionen lässt.

    :party:
    :angel:

  7. overberg

    Der verschlossene Weg in eine bessere Zukunft…

    Grün ist die Frage der „Hoffnung“ und so betrachtet ist dieses Bild ein Versprechen an die Zukunft. Man möchte sehen, was sich hinter der Tür verbirgt. Doch noch sie scheint fest verschlossen. Sie gibt ihre Geheimnis noch nicht frei. Mit diesem Bild ist es dem Fotografen gelungen, die Aufmerksamkeit des Betrachters zu fesseln, um sie dann geschickt auf die tragische Seite des Bildes zu führen. Erst bei längerem Hinsehen erschließt sich die wahre Botschaft dieses Bildes. Erst jetzt bemerkt der Betrachter die wirkliche Aussage: „Der Weg in die hoffnungsvolle Zukunft ist verbaut“. Es gibt eine Klinke, doch diese vermag es nicht die Tür zu öffnen. Kein rüttel und kein Schütteln vermag es diese Tür zu öffnen. Man kann nur hoffe, dass man den Schlüssel findet oder bereits dabei hat.
    Dem Fotografen ist es gelungen, in diesem einfachen Bild die Kernfrage unserer Zeit in ein Bild zu pressen. Haben wir den Schlüssel für eine bessere Zukunft? :schweigen:

  8. Oliver Kitzing

    Ein Bild von geradezu symbolhafter Bedeutung.. passend für die Wirrungen der heutigen Zeit.

    Die Tür, seit jeher das Symbol für das Ungewisse, das Unbekannte, steht geradezu auffordernd vor uns, ihr silberner Knauf streckt sich uns lustvoll entgegen. Nur schwerlich kann der Rezipient dieses Werkes sich zurückhalten, nicht in das Bild hineinzugreifen und den Knauf zu berühren und damit die Trennlinie zwischen zweidimensionaler Kunst und dem dreidimensionalen Hier-und-Jetzt zu überschreiten.

    Meisterhaft, wie es der Künstlerin gelungen ist auf diese Weise mit einem eher flächigen Werk auf zeitlose Art und Weise in die dritte Dimension zu dringen.

    Die Fuge zwischen den Türhälften muss dabei gleichsam als Trennlinie zwischen Illusion und Realität interpretiert werden, stellt aber auch zugleich dem Streben der Künstlerin nach Gleichberechtigung der Geschlechter dar, ist doch erwiesen, dass jedes Geschlecht mit unterschiedlichen Gehirnhälten denkt: Dies ist, subtil aber für den gebildeten Betrachter offensichtlich, durch die Position der Fuge in das Bewusstsein gerückt worden.

    Insofern stellt das Werk auch ein hohes Maß an Gesellschaftskritik dar, die Ungleichbehandlung der Geschlechter auch (und gerade) in der heutigen Zeit wird graphisch durch die Unterschiedliche Gewichtung der Türhälften zur Schau gestellt, durch die gebrochene, fast trübe Farbe der Tür drückt sich die Unsicherheit, ja gar Verzweiflung der Kunstschaffenden darüber aus, ob sich das jemals ändern wird.

    Ein Meisterwerk der Post-Moderne, dessen Entdeckung durch Galeristen und dem breiten Publikum noch aussteht.

  9. bee

    Leute, ihr seid genial! Amüsiere mich grade köstlich!

    Und staune, was ich mir alles beim Fotografieren gedacht habe(n soll). :klimper:

  10. Kirgold

    …würd ja auch was schreiben aber kann nicht vor lachen :party:
    Ich glaub ich nehm eine eigene Tüte Bärchen und les lieber :angel:

  11. Timm

    Der Künstler spielt mit der Erwartungshaltung des Betrachters. Was mag sich wohl hinter der Tür befinden? Die Szene kommt einem so seltsam vertraut vor und dennoch weiß man nicht, wo dieses Kunstwerk entstanden ist. Keiner der Besucher hat eine Nachricht an den Wänden hinterlassen, der uns vielleicht einen Hinweis geben könnte. Die klaren geraden Konturen geben auch keinen Anhaltspunkt. Dieser geheimnisvoller Ort bleibt für uns ein Mysterium.
    Das Bild kann nur ein trainierter Fotograph mit jahrelanger Erfahrung aufgenommen haben.

  12. Pakami

    Da könnt ihr mal gucken, wie bescheuert die Kunst manchmal sein kann ;-)

    Die Künstlerin zeigt uns mit ihrem Werk ganz klar ihre Sicht der Dinge. Manchmal ist es besser, verschlossene Türen nicht wieder zu öffnen sondern sich neue, andere Wege zu suchen.

  13. Martin

    Es ist schon (fast) alles gesagt – nur noch nicht von allen, bzw. noch nicht von mir!
    Ich habe das Bild zum Anlass genommen, etwas über die Symbolik der Tür nachzulesen.
    Das lohnt sich. Und wenn dann mal wieder eine Tür – sei sie offen oder zu – vor unserer Linse auftaucht, wissen wir, was wir damit in Bildsprache übersetzen können.

    Gute Idee, der Wettbewerb!

  14. Hans

    Ist es die gesteigerte Farbintensität eines Gummibärchen-Grüns? Ist es der Heavy-Metal-Kontrast einer fundamentalen Klinke? Ist es das in Sicherheit wiegende Schoss? Banale Fragen lösen sich auf; sesam – die Tür öffnet sich wie von selbst. Zwei Nietenpaare in sich klar aufdrängender Motivwiederholung führen alle erkenntnistheoretischen Zusammenhänge ad absurdum. Die Tür zu allen Realitäts- und Möglichkeitsdiagnosen bleibt für immer zu. In genialer Weise öffnet sich die wahre Botschaft des Bildes: Nieten halten alles zusammen. Das ist es!

    Gruß!
    Hans

  15. DerSilberneLoeffel

    Versteigerungskatalog Seite 142, Abb. 3. Titel des Kunstwerkes “Innen-Dustrie”

    Beschreibung:
    Kunstdruck, ca. 70 x 80 cm, gerahmt, 1989, Gebotsstart 1.200 €

    Janine Hüppe-Duscha hat sich im Jahr 1989 der Fotokunst zugewandt, dabei das Thema “Innen in der Industrie” zum Schlagwort “Innen-Dustrie” verknappt. Zu sehen ist eine Szene aus dem Leben tausender Menschen, wie diese sie vor, während und kurz nach der Verrichtung ihrer Notdurft sehen. Der Blickwinkel der Künstlerin gilt dabei der frontalen Aufnahme, die das grüngelb der Urinschutzfarbe verklärt, im Zusammenspiel mit der Schlichtheit der Edelstahlapplikationen die Nüchternheit der Zweckbestimmung näherbringt. Die Aufnahme soll dem Betrachter den Geist dahingehend öffnen, alltägliche Gegenstände mit einem neuen Verständnis für die dahinter stehenden Vorgänge zu sehen. :zzz:

  16. Aki

    Tolle Beiträge! Mir fehlt aber noch der von Voice from the Hell. Vermutlich sitzt doch hinter der Tür eine geniale Spinne, die darauf wartet, endlich gebührend erwähnt zu werden! Oder hält sich dort gleich ein ganzer Spinnenclan auf? Hilfe! Wenn man vom Teufel spricht…

  17. Pingback: Wochenrueckblick 30-09 « Beiträge der Woche « Genes Lebenswerk

  18. derfototim

    Das beeindruckende des Kunstwerkes “Schwindeln für Gummibärchen” liegt in der naiven Kraft, mit der Farb- und Formenreduktion eingesetzt werden, um eine Alltagsszene elegant im Bild festzuhalten. Spektakulär und künstlerisch bedeutungsvoll wird das Bild durch seine Einbettung in einen Kontext: Durch die Einbettung in einen scheinbar seichten Wettbewerb werden die Implikationen, die die Künstlerin bei der Aufnahme des Werkes beehrrschten, bewusst reduziert. So wird der Raum zur freien Interpretation des simpel-vielsagenden Bildes nicht nur geschaffen, sondern eine entsprechende Herangehensweise der Bildbetrachter bewusst erzwungen. Die Pefektion wird dadurch erreicht, dass der Anreiz für die künstlerische Auseinandersetzung farblich mit dem gummibärgrünen Motiv korrespondiert.
    ____

    Schöne Aktion. Die mag ich ^^

  19. Pingback: Der Gummibärchenschwindel « Derfototim’s Weblog

  20. Pingback: Westaflex weblog » Blog Archiv » Blogparade Bildrezension

  21. niko

    Spontan fällt mir “huis clos” von Sartre ein. Drei Personen sind eingesperrt, die Tür zur Außenwelt versperrt. Grün signalisiert Hoffnung, hinter der Tür eine bessere Welt zu finden. Der massive Knopf lässt Hoffnung aufkommen, dass sie auch benutzt werden kann. Dummerweise ist da noch das Sicherheitsschloss, dass nicht über das Türblatt herausragt. Da sind aber noch die Primitivo-Schrauben, die ein einfaches Entfernen des Türblatts (oder mehr?) zu ermöglichen scheint. Ds positive Signal: Denke nach, sei kreativ, und du wirst einen Weg auf die andere Seite finden.

    Vielleicht schützt sie ja auch die “Diesseitigen” vor den Gefahren auf der anderen Seite. Trotz ihrer Hässlichkeit symbolisiert sie dann doch Geborgenheit.

    Realer ist die Interpretation, dass es sich hier um eine einfache Toilettentür handelt, die individuell dem Besitzer des Schlüssels zur Verfügung steht. Schrauben und Knopf sind unerheblich. Das Schloss ist das Zentrum. Verbunden mit der Farbe grün sichert es einer Person oder einem auserwählten Personenkreis zu, jederzeit stressfrei und ohne Warteschlange die Toilette benutzen zu können.
    Freiheit und Lebensqualität pur! Das ist deine Tür. Sie steht nur dir jederzeit zur Verfügung. In Notfällen ist auf der anderen Seite die Erlösung.
    Ich mag übrigens lieber Lakritz als Gummibärchen. Ich hoffe, dass hinter dieser Tür ganz viele Salmiak-Dragees sind.

  22. Aki

    Letzte Chance, die Uhr läuft. Also dann doch ein Versuch, dabei sein ist alles.

    “Die grüne Tür”, das Werk einer jungen, noch unbekannten Künstlerin, ist von elementarer Aussagekraft. In nicht zu übertreffender Weise spiegelt es die existentielle Situation des modernen Menschen. Die Farbe Vert-à-vomir, auf Deutsch auch Kotzgrün genannt, weist auf die Tristesse und Sinnlosigkeit des menschlichen Daseins in der gegenwärtigen Zeit hin. Der Zugang zum Leben ist verschlossen, die seelenlosen, jeder Schönheit bare Technik – dargestellt durch vier symmetrisch angeordnete Nieten, einen kalt glänzenden Handknauf und ein unansehnliches Türschloss – dominiert unerbittlich. Der Mensch hat den Bezug zur Natur und zu seinen Wurzeln verloren, er steht wie der borchertsche Protagonist draußen vor der Tür. Auch der Vergleich mit Kafkas Mann vor dem Gesetz drängt sich auf, ein Beweis für die parabolische Aussagekraft dieses bedeutenden Werkes. Im visuellen Bereich ist es eindeutig die moderne Adaption des Schreis von Munch. Erstaunlich, welch eine Sensibilität und welch ein geistiger Reichtum bei einer so blutjungen Künstlerin anzutreffen ist. Ein vielversprechendes Talent, auf dessen nächstes Werk die Kunstwelt mit Spannung wartet.

  23. Voice from Hell

    @AKI:
    Ein altes Sprichwort sagt: “Wer den Teufel an die Wand malt, spart die Tapete.”
    Von daher den Teufel nicht immer so negativ erwähnen :)
    Was immer man sich hinter dieser Tür vorstellt – es passiert dort! In Deinem Fall ist es sicher eine Horde Spinnen, die nur darauf warten das Du die Tür öffnest :-)

  24. Aki

    Die Stimme aus der Hölle hat geschummelt, das Sprichwort lautet anders! Und hinter meiner Tür warten keine Spinnen, sondern Möwen, die über den Nordseestrand fliegen.

  25. Voice from hell

    Ha, wie lautet es denn richtig und wer sagt, dass es anders nicht falsch lautet? Da könnt’ ja jeder kommen ;)
    Und zu den Möwen und Nordseestrand hinter der Tür: Also so selten ich ja an der Nordsee war, ich musste durch keine Tür gehen um den Strand mit seinen Möwen zu sehen. Anderenfalls hätte ich mich um die lange Mauer rund um die Nordsee gewundert. Oder steht die Tür alleine vor dem Strand? ;) *widmet sich vergnügt seinen Spinnen*

  26. bee

    Sodele, alle Kommentare sind in anonymisierter Form an den Juror gegangen, der versprochen hat, sich am WE alles durchzulesen. Bin ja mal gespannt!

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  28. regido

    Tolle idee,zum glueck kann ich keine kritiken schreiben habe diese aber sehr gern gelesen :ill: lol manche tueren faerben ab…
    gruss regido

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